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9783954902064

Herausgeber: Wenzel, Franziska; Selmayr, Pia

Übertragung. Bedeutungspraxis und ‚Bildlichkeit‘ in Literatur und Kunst des Mittelalters

2017
17,0 x 24,0 cm, 320 S., 40 s/w Abb., 44 farb. Abb., Leinen
98,00 €

ISBN: 9783954902064
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Der interdisziplinär orientierte Band vereint Studien zur mittelalterlichen Bedeutungsspraxis in Text und Bild des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Der Zugriff zielt auf die komplexen Bezügen sprachlicher und bildlicher Übertragungen. Mit der Öffnung konventionalisierter Metaphern- und Bildkomplexe, sowohl für Text-Bild-Relationen (intermedial) als auch innerhalb der Medien (intramedial), sind die Verschiebungen und Aufladungen der Text- und Bildsemantiken und damit die Prozessualität des Übertragungsprozesses von besonderem Interesse.

Ausführliche Beschreibung

Fragen nach der ‚Bildlichkeit’ von Illustrationen, sprachlich erzeugter Anschaulichkeit oder konkretisierten Begriffen eröffnen nicht nur weite Referenzbereiche, sondern sie legen auch analytisch vielfältige Perspektiven nahe. Der Sammelband geht konzeptuell neue Wege und entwirft einen hermeneutischen Rahmen vom prozessualen Begriff der ‚Übertragung‘ her. Diese Ausrichtung wird auf ihr heuristisches Potenzial geprüft und verbindet dabei die auch experimentelle Frage nach ihrer analytischen Produktivität mit einer Rückversicherung an historischen Metaphernkonzepten. Der interdisziplinär angelegte Band vereint Arbeiten zur mittelalterlichen Bezeichnungs- und Bedeutungspraxis in Text (metaphorische und anschauliche Rede) und Bild (Illustration, Emblematik und Einbandkunst). Ziel der einzelnen Beiträge ist es, den Prozess der Bedeutungsbildung intramedial und/oder intermedial zu beschreiben. Gegen das Dogma eines iconic turn einerseits und die Trennung von Text- und Bildanalyse andererseits, versuchen die Beitragenden die komplexen Relationen sprachlicher und bildlicher Übertragungsprozesse herauszuarbeiten.

Autoreninfo

Franziska Wenzel, geb. 1969, ist akademische Oberrätin an der Universität zu Köln. Sie promovierte zu einem kommunikations- und mediengeschichtlichen Thema, arbeitete in einem interdisziplinären, auf institutionelle Ordnungen hin orientierten SFB, in text- und editionsgeschichtlichen Projekten und sie habilitierte sich zu (Ton-)Autorschafts- und Meisterschaftsformen hoch- und spätmittelalterlicher Textgefüge. Im Horizont einer visuellen Kultur zählen neben Poetologie, Textualität und Überlieferungsgeschichte die historischen Bildwissenschaften zu ihren Forschungsinteressen.

Pia Selmayr, geb. 1986, ist wissenschaftliche Assistentin am Deutschen Seminar der Universität Zürich. Sie studierte Germanistik, Soziologie, Politologie und Philosophie/Ethik an der LMU München, wo sie auch mit einer Arbeit zu „Der Lauf der Dinge. Wechselverhältnisse zwischen Raum, Ding und Figur bei der narrativen Konstitution von Anderwelten im Wigalois und im Lanzelet“ promoviert wurde. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die mittelalterliche Lyrik, Artusepik, Novellistik des Mittelalters, Dingtheorie und Mediengeschichte.

Reihentext


Es ist das Anliegen dieser Buchreihe, in der Dissertationen, Habilitationsschriften, sonstige monographische Darstellungen und Sammelbände erscheinen werden, die Interdisziplinarität der modernen Mittelalterforschung noch mehr hervorzuheben und zu fördern als dies bisher der Fall ist. Angenommen werden Arbeiten aus allen Gebieten der Mediävistik, sofern der Aspekt der Interdisziplinarität darin betont wird, d.h. sofern sie die Grenzen eines einzelnen Faches zu überschreiten suchen.

Schlagworte

16. Jahrhundert (1500 bis 1599 n. Chr.) (123) || Bild (3) || Europäische Geschichte (148) || Europäische Geschichte: Mittelalter (120) || Geschichte (687) || Literatur (36) || Mittelalter (205) || Mittelalterlicher Stil (6) || Übertragung (2)