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9783895004841

Rumscheid, Frank

Die figürlichen Terrakotten von Priene

Fundkontexte, Ikonographie und Funktion in Wohnhäusern und Heiligtümern im Licht antiker Parallelbefunde

2006
21,0 x 29,7 cm, 760 S., 1 farb. Abb., 926 s/w Abb., Gebunden
98,00 €

ISBN: 9783895004841

Kurze Beschreibung

Über 400 hellenistische Tonfiguren aus Priene werden hier erstmals vollständig und mit zahlreichen Abbildungen dokumentiert sowie ikonographisch analysiert. Im Gegensatz zu anderen antiken Terrakotten ist ihre Herkunft bekannt, sie sind häufig hervorragend gearbeitet und können in vielen Fällen genau datiert werden. Anhand der Funde beantwortet diese Arbeit die Frage, ob figürliche Terrakotten von ihren Käufern gezielt nach thematischen Gesichtspunkten ausgesucht wurden.

Ausführliche Beschreibung

Über 400 hellenistische Tonfiguren von oft höchster Qualität aus Priene in der Westtürkei, die auf verschiedene Museen verteilt sind, werden hier erstmals vollständig und mit zahlreichen Abbildungen dokumentiert und ikonographisch analysiert.
Im Gegensatz zu anderen antiken Terrakotten ist ihre Herkunft (bis hin zu einem bestimmten Raum eines Gebäudes) sicher, sie sind häufig hervorragend gearbeitet und d können in vielen Fällen recht genau datiert werden. Anhand dieser Gattung, die in Priene in allen drei wichtigen Bereichen der antiken Stadt, Wohnhäusern, Heiligtümern und Gräbern, gefunden wurde, beantwortet diese Arbeit die Frage, ob figürliche Terrakotten in der Antike von ihren Käufern gezielt nach thematischen Gesichtspunkten für eine spezifische Funktion ausgesucht wurden.
Es stellt sich heraus, dass Terrakotten, die häufig eher mit Heiligtümern und Gräbern assoziiert werden, über die Zeiten hinweg zum Hausinventar im gesamten griechisch besiedelten Gebiet gehörten. Mit solchen Figuren wurden jahrhundertelang besonders weibliche Gottheiten verehrt, während man etwa seit dem Hellenismus Terrakotten auch nach ihrem Repräsentations- oder Unterhaltungswert aussuchte. Den Votivfiguren aus dem prienischen Demeter-Kore-Heiligtum werden solche aus 15 anderen ostgriechischen Heiligtümern der Göttinnen gegenübergestellt. So werden allgemeine Züge von lokalen Produktionen unterschieden und Quellen für die Absichten der Weihenden, spezielle Rituale und Auffassungen vom Wesen der Gottheiten erschlossen.

Rezensionen

„Rumscheids Arbeiten ergänzen die im letzten Jahrzehnt neuaufgeblühte Forschung zu den hellenistischen Terrakotten um eine wichtige Dimension und sind in einem Zug mit den wegweisenden Studien Graeplers zu Tonfiguren im Grab sowie den Untersuchungen Merkers und Mullers zu den Verhältnissen in den Heiligtümern zu nennen.“

In: Museum Helveticum. 64 (2007). S. 171-172.

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„In seiner Arbeit hat Rumscheid der inhaltlichen Vielschichtigkeit der spätklassischen und hellenistischen Terrakotten von Priene mit einer sehr differenzierten, alle inhaltlichen Aspekte und methodischen Probleme ausleuchtenden und sorgfältig gegeneinander abwägenden Betrachtung in beispielhafter Form Rechnung getragen. Wenn die funktionale Verortung der Terrakotten als Folge dieser kritischen Analyse von ihrer bisherigen, vermeintlichen Schärfe einiges eingebüßt hat, ist dies nur vordergründig ein Verlust. Er wird wettgemacht durch die Erkenntnis, dass die antike Koroplastik aufgrund ihrer Konzeption für ein breites Spektrum möglicher Adressaten und Verwendungsbereiche eine multifunktionale Denkmälergattung darstellt, die sich einer pauschalen Interpretation von vornherein entzieht, in Priene ebenso wie an zahlreichen anderen Orten.“

In: Bonner Jarhbücher. 206 (2006). S. 328-331.

Reihentext


In der Schriftenreihe der "Archäologischen Forschungen" werden monographische Werke aus den verschiedenen Forschungsgebieten der Klassischen Archäologie veröffentlicht. Einen Schwerpunkt bilden Arbeiten zur Architektur, Stadtforschung, Topographie und zur Alltagskultur Griechenlands, Kleinasiens und der Randgebiete der griechischen Welt. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von den Anfängen der historischen Epochen bis zur Spätantike. In den nächsten, zum Teil in Subreihen editierten Bänden werden Ergebnisse von Forschungen und Grabungen in den hellenistischen und römischen Städten Priene, Aizanoi und Pompeji vorgelegt. Herausgeber der "Archäologischen Forschungen" ist die Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin.

Schlagworte

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