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9783954900657

Ateş, Güler

Die rote Feinkeramik von Aizanoi als lokaler Kulturträger

Untersuchungen zum Verhältnis von lokaler roter Feinkeramik und importierter Sigillata

2015
21,0 x 29,7 cm, 168 S., 18 farb. Abb., 2 Karten, 4 Diagramme, 445 s/w Abb., 2 Faltpläne, 4 Diagramme, 76 Tafeln, Gebunden
68,00 €

ISBN: 9783954900657
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Gegenstand der Untersuchung ist die lokale rote Glanztonware von Aizanoi, die aus verschiedenen Baukomplexen bei Grabungen zwischen 1980 und 2001 geborgen wurde. Neben der lokalen roten Glanztonware werden auch die importierten Sigillatafunde, die nur einen geringen Anteil des Fundmaterials ausmachen, in diese Untersuchung einbezogen. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, eine typologisch-chronologische Darstellung dieser lokal bedeutenden Keramikgattung vorzulegen und durch eine vergleichende Untersuchung mit importierten Funden die Einflüsse der großen Herstellungszentren auf die lokale Produktion in Aizanoi aufzuzeigen.

Ausführliche Beschreibung

Gegenstand des vorliegenden Buches ist die lokale rote Feinkeramik von Aizanoi, die aus verschiedenen Baukomplexen bei Grabungen des DAI zwischen 1980 und 2001 geborgen wurde. Neben der lokalen roten Feinkeramik werden auch die importierten Sigillatafunde, die nur einen geringen Anteil des Fundmaterials ausmachen, in diese Untersuchung einbezogen, um die charakteristischen Merkmale der aizanitischen Keramikproduktion zu bestimmen und ihr Verhältnis zu den importierten Funden zu verdeutlichen. Aizanoi bietet mit seiner lokalen Produktion eine optimale Grundlage für intensive Untersuchungen, die – im Gegensatz zu anderen Orten, deren Sigillata erforscht wird – für die gesamte kleinasiatische Keramikforschung insofern von großer Bedeutung sind, als hier erstmalig die lokale rote Feinkeramik einer Stadt im kleinasiatischen Binnenland bearbeitet wird. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, eine typologisch-chronologische Darstellung einer lokal bedeutenden Keramikgattung vorzulegen. Bei der roten Feinkeramik von Aizanoi handelt es sich um Fabrikate für den Eigengebrauch der Stadt. Die mit einer überregionalen Produktion notwendigerweise verbundenen Qualitätsansprüche erfüllte sie nicht.
Bis vor Kurzem galt die Aufmerksamkeit der Forschung zur östlichen Sigillata ausschließlich den importierten Sigillata-Funden. In den Arbeiten zur westlichen Sigillata dagegen wurde der lokalen Produktion schon immer eine zentrale Rolle beigemessen. In bisherigen Untersuchungen der östlichen Sigillata einzelner Fundorte wurden die verschiedenen importierten Gruppen vorgestellt, eine Bearbeitung der einheimischen oder lokalen Keramik fehlte jedoch nahezu vollständig.
Durch die Untersuchung der lokalen roten Feinkeramik von Aizanoi hinsichtlich typologischer wie chronologischer Kriterien treten insbesondere drei Aspekte dieser Produktion deutlich hervor: 1. das auffallend breite Formenspektrum, 2. die Qualitätsunterschiede, die im Laufe der Herstellung zu verzeichnen sind, sowie 3. die beiden Blütezeiten in der frühen Kaiserzeit und in der Spätantike.Seit der mittleren Kaiserzeit nehmen die Formen und Gefäßgattungen der lokalen roten Feinkeramik durch den Rückgang der Handelskontakte von Aizanoi mit anderen Städten, der sich an der geringen Importanzahl ablesen lässt, immer weiter ab. Nach diesem Rückgang in der mittleren und späteren Kaiserzeit ist ein erneuter Höhepunkt in der aizanitischen Produktion in der Spätantike zu verzeichnen.
Mit der Vorlage der roten Feinkeramik von Aizanoi in ihrem kulturgeschichtlichen Kontext steht der archäologischen Forschung für das anatolische Hochland ein Überblick gut stratifizierter und in einen überregionalen Kontext eingebundener Töpfereiprodukte zur Verfügung.

Autoreninfo

Güler Ateş wurde 1964 in Urfa/Türkei geboren und studierte Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Byzantinische Archäologie in Istanbul und Heidelberg. 2004 promovierte sie im Fach Klassische Archäologie an der Universität Heidelberg. Seit vielen Jahren arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin auf Grabungen des Deutschen Archäologischen Instituts in der Türkei. Zurzeit ist sie stellvertretende Grabungsleiterin in Pergamon und hat seit 2014 den Lehrstuhl für Klassische Archäologie an der Universität Manisa/Türkei inne. Ihre Forschungsschwerpunkte sind hellenistische und römische Keramik sowie lokale Kulte in Anatolien.

Reihentext


In der Schriftenreihe der "Archäologischen Forschungen" werden monographische Werke aus den verschiedenen Forschungsgebieten der Klassischen Archäologie veröffentlicht. Einen Schwerpunkt bilden Arbeiten zur Architektur, Stadtforschung, Topographie und zur Alltagskultur Griechenlands, Kleinasiens und der Randgebiete der griechischen Welt. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von den Anfängen der historischen Epochen bis zur Spätantike. In den nächsten, zum Teil in Subreihen editierten Bänden werden Ergebnisse von Forschungen und Grabungen in den hellenistischen und römischen Städten Priene, Aizanoi und Pompeji vorgelegt. Herausgeber der "Archäologischen Forschungen" ist die Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin.

Schlagworte

500 bis 1000 nach Christus (164) || 6. Jahrhundert (500 bis 599 n. Chr.) (43) || Alte Geschichte (59) || Altertum (42) || Antike (78) || Archäologie (320) || Archäologie einer Periode / Region (242) || Christi Geburt bis 500 (140) || Geographie (502) || Geschichte (690) || Humangeographie (11) || Kunst: Keramik, Töpferei, Glas (38) || Kunstformen (156) || Osteuropa (227) || Türkei (219) || Wirtschaftsgeographie (7)