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9783895003486

Beschrieben von Elisabeth Klemm

Die ottonischen und frühromanischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek

2004
23,5 x 31,5 cm, 544 S., 32 farb. Abb., 689 s/w Abb., Leinen
220,00 €

ISBN: 9783895003486
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Mit diesem Band ist ein weiterer Teil des außerordentlichen Bestandes an mittelalterlichen illuminierten Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek für die Wissenschaft erschlossen. Eine unerwartete Koinzidenz liegt im Erscheinen des Katalogbandes und der Aufnahme einer repräsentativen Auswahl von Handschriften der Reichenau in das „Memory of the World“ durch die UNESCO. Von den zehn nominierten Reichenauer Handschriften aus verschiedenen Bibliotheken befinden sich allein drei im Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek.
Das Werk schließt die Lücke zwischen den bereits erschienenen Bänden der karolingischen und romanischen Handschriften. Zu den im Katalog behandelten ottonischen Codices zählen einige der großartigsten ottonischen Handschriften überhaupt, die zum wertvollsten Besitz der Bayerischen Staatsbiliothek gehören und von jeher den Ruhm der Bibliothek begründeten. Die insgesamt 239 Handschriften sind in detaillierten Beschreibungen und vielen Abbildungen ausführlich dokumentiert.
Zu den bedeutendsten und prachtvollsten Handschriften der ottonischen Epoche, welche die deutsche Buchmalerei in einmaliger Weise an die Spitze der Malerei in Europa führte, gehören die im Auftrag von Kaisern geschaffenen Werke. Von ihnen beschreibt der Katalog einige der qualitätvollsten Handschriften aus dem Skriptorium der Reichenau, darunter das kostbare Evangeliar Ottos III. mit seinem doppelseitigen Kaiserbild (Clm 4453) und das ins Monumentale gesteigerte Perikopenbuch Heinrichs II. (Clm 4452). Zwei weitere Prachthandschriften der Reichenau (Clm 4454 und Clm 23338) verleihen der Gruppe der Reichenauer Handschriften im Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek ihr besonderes Gewicht.
Daneben enthält der Katalog innerhalb einer umfangreichen Gruppe von Regensburger Handschriften die beiden herausragenden Werke der Regensburger ottonischen Schule: das Sakramentar Heinrichs II. (Clm 4456) und den berühmten Uta-Codex (Clm 13601). Das breite Spektrum der ottonischen Buchmalerei wird durch weitere Hauptwerke aus Salzburg, Freising, Tegernsee und Niederaltaich sowie einzelne Handschriften aus West- und Norddeutschland dokumentiert. Für Mainz ist das in seiner Art einmalige Gebetbuch Ottos III. (Clm 30111), für den wichtigen Corveyer Raum das Sakramentar des 10. Jahrhunderts (Clm 10077) hervorzuheben.
Die Stärke des Bestandes der Bayerischen Staatsbibliothek liegt in der geschlossenen Überlieferung ganzer Klosterbibliotheken, welche es erlauben, Entwicklungen nachzuzeichnen. In der bayerischen Buchmalerei lässt sich durch eine von Tegernsee ausgehende Tradition der fast nahtlose Übergang zur Romanik verfolgen.

Rezensionen

„Ajoutons encore, comme c’est l’habitude dans cette série de catalogues, le caractère très précieux du volume de planches dont les reproductions sont impeccables et offrent une vision pratiquement exhaustive de la richesse de ces manuscrits.“

In: Cahiers de civilisation médiévale. 51 (2008). S. 394-395.

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„Über eine Vierteljahrhundert hinweg wurde mit diesem Anteil an der Katalogisierung des Münchner Bestandes ein Niveau gehalten, das als das Ergebnis individueller Autorenschaft wohl kaum noch einmal erreicht werden dürfte, zumindest nicht an einem vergleichbar bedeutenden Bestand illuminierter Handschriften aus dem Mittelalter, wie das hier mit dem der Bayerischen Staatsbibliothek der Fall ist.“

In: Scriptorium. (2006) 1. S. 75-78.

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„Was die Bibliothèque Nationale in Paris für die karolinigsche, ist die Bayerische Staatsbibliothek für die ottonische Buchkunst: eine Schatzkammer, voll mit bedeutenden Prachthandschriften der betreffenden Zeit. Der Glanz diese Cimelien findet einen Reflex in der schönen Ausstattung der beiden Bände, die Elisabeth Klemm, eine der angesehensten Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet kunsthistorischer Handschriftenforschung, in jahrelanger Arbeit erstellt hat. Sie krönt damit die Reihe der von ihr erarbeiteten Kataloge der illuminierten Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek: den zweiteiligen Katalog der romanischen Handschriften (erschienen 1980 und 1988) und den der Handschriften des 13. Jahrhunderts deutscher Herkunft (1998). Damit zieht sie ein Fazit der vielfältigen Forschungen zur ottonischen Buchmalerei in Süddeutschland, von Forschungen also, die sie, an der Quelle sitzend und selbst ein Quell an Erkenntnissen über die von ihr bearbeiteten Codices für jeden, der sie in der Bayerischen Staatsbibliothek aufsuchte, über Jahre und Jahrzehnte hin wesentlich befördert hat. (...)
Über die deutsche Buchmalerei des 10. und 11. Jahrhunderts wird ein letztes Wort niemals gesprochen werden. Das schöne Werk von Elisabeth Klemm aber wird immer eines der vorzüglichsten Arbeitsinstrumente zu ihrer Erforschung sein.“

In: Journal für Kunstgeschichte. 10 (2006) 2. S. 125-132.

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„Begleitet wird der Textband von einem Tafelband mit 32 Farbtafeln und 549 s/w-Abbildungen, wobei als Neuerung bei den Tafeln auch die Lokalisierung angegeben ist. Von rund einem Dutzend Ausnahmen abgesehen, ist jede Handschrift mit zumindest einer signifikanten, qualitätsvollen Abbildung vertreten. Wie schon in den eingangs erwähnten Arbeiten Klemms schließen sich Text- und Tafelband so zu einer Einheit zusammen, die über einen reinen Bestandskatalog hinaus als kunsthistorisches Nachschlagewerk zur chronologischen und regionalen Einordnung von Schmuckformen genützt werden kann.“

In: Biblos. 54 (2005) 1. 152-153.

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