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9783954900954

Fenn, Nina

Späthellenistische und frühkaiserzeitliche Keramik aus Priene

Untersuchungen zu Herkunft und Produktion

2016
21,0 x 29,7 cm, 624 S., 112 farb. Abb., 442 s/w Abb., 122 Tafeln, Gebunden
98,00 €

ISBN: 9783954900954
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Untersucht werden die Herkunft und Produktion späthellenistischer und frühkaiserzeitlicher Keramik von Priene an der kleinasiatischen Westküste auf der Basis zweier Befunde aus der Südhalle des Athenaheiligtums und aus der Insula E5 der nordwestlichen Wohnbebauung. Die beiden umfangreichen und repräsentativen Fundkomplexe, aus denen jeweils alle Gattungen der Fundkeramik von der Fein- bis zur Baukeramik vorgelegt werden, können wie geschlossene Befunde behandelt werden und daher als wichtige Bezugspunkte für Keramikforschung in Kleinasien gelten. Einen besonderen Schwerpunkt der Arbeit bilden naturwissenschaftliche Analysen (WD-RFA), die die Herkunft regionaler und überregionaler Importe absichern und erstmals eine lokale Keramikproduktion in Priene belegen.

Ausführliche Beschreibung

Untersucht werden die Herkunft und Produktion späthellenistischer und frühkaiserzeitlicher Keramik von Priene an der kleinasiatischen Westküste. Die Basis bilden zwei umfangreiche und repräsentative Fundkomplexe: Der späthellenistische Komplex A stammt aus der Südhalle des Heiligtums der Stadtgöttin Athena, der frühkaiserzeitliche Komplex B aus der Insula E5 des nordwestlichen Wohnviertels. Fundkomplex A und B können als geschlossene Befunde behandelt werden und daher als wichtige Bezugspunkte für Keramikforschung in Kleinasien gelten. Ausschlaggebend für ihre Datierung sind sowohl die Präsenz bestimmter Formen als auch die Vergesellschaftung der Waren. Es werden jeweils alle Gattungen der Fundkeramik, also Fein-, Grob-, Koch-, Transport- und Baukeramik sowie die Lampen vorgelegt.

Das Spektrum der lokalen und importierten Keramik vom späten 2. Jh. v. Chr. bis in augusteische Zeit wird erstmals auf der Grundlage archäometrischer Analytik für Priene vorgelegt. Einen besonderen Schwerpunkt der Arbeit bilden die naturwissenschaftlichen Untersuchungen mit der wellenlängen-dispersiven Röntgenfluoreszenzanalyse (WD-RFA) und Dünnschliffen zur Herkunftsbestimmung der Keramik. Geeignetes keramisches Referenzmaterial und Rohstoffproben aus Bohrkernen in der Mäanderebene belegen zum ersten Mal eine lokale Keramikproduktion in Priene. Sie umfasst ein breites Spektrum an Waren und Formen, das nun als Grundlage weiterer Forschung dienen und zur Identifizierung möglicher Exporte beitragen kann.

Die lokale Keramik Prienes lässt sich mittels der Analysen von den Produktionen umliegender Städte wie Milet und Ephesos abgrenzen, obwohl die Region des südlichen Ioniens geologisch recht einheitlich und generell durch hohen Glimmergehalt geprägt ist. Während aus Milet keine Importe nachzuweisen sind, stammt der höchste Importanteil aus Ephesos. Überregionale Importwaren umfassen Trinkgeschirr aus Pergamon und Knidos sowie Kochgefäße aus Phokaia. Für manche dieser Gruppen stehen durch eigene Analysen erstmals Ergebnisse bestimmter Formen oder umfangreiche Serien einer Ware zur Verfügung, die sich mit vorhandenen Referenzdaten, meist Mittelwerte oder Einzelproben decken und gut von Priene unterscheiden. Die beiden bearbeiteten Komplexe wurden konsequent nach lokalen und importierten Waren untergliedert, deren Relationen sich im Lauf der Zeit verändern.

Autoreninfo

Nina Fenn studierte ab 1995 Klassische Archäologie, Alte Geschichte, Kunstgeschichte und Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie in Freiburg im Breisgau. Sie erhielt dort 2001 ihren Magister für eine Arbeit über einen späthellenistischen Fundkomplex am Forum von Thugga in Tunesien. Von 2001 bis 2004 war sie Stipendiatin des von der DFG geförderten Frankfurter Graduiertenkollegs „Archäologische Analytik“ und Teilnehmerin der Ausgrabungen in Priene. Mit der vorliegenden Dissertation wurde sie 2007 promoviert. Seitdem ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin, zunächst für ein Jahr Vertretung am Archäologischen Institut der Universität des Saarlandes und seit 2008 am Archäologischen Institut der Universität zu Köln. Die aktuellen Forschungen von Nina Fenn konzentrieren sich auf ihr Habilitationsvorhaben zum Römischen Griechenland. Außerdem organisierte sie die internationale Fachkonferenz „Networks in the Hellenistic world – according to the pottery in the eastern Mediterranean and beyond”, die 2011 in Köln und Bonn stattfand.

Reihentext


In der Schriftenreihe der "Archäologischen Forschungen" werden monographische Werke aus den verschiedenen Forschungsgebieten der Klassischen Archäologie veröffentlicht. Einen Schwerpunkt bilden Arbeiten zur Architektur, Stadtforschung, Topographie und zur Alltagskultur Griechenlands, Kleinasiens und der Randgebiete der griechischen Welt. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von den Anfängen der historischen Epochen bis zur Spätantike. In den nächsten, zum Teil in Subreihen editierten Bänden werden Ergebnisse von Forschungen und Grabungen in den hellenistischen und römischen Städten Priene, Aizanoi und Pompeji vorgelegt. Herausgeber der "Archäologischen Forschungen" ist die Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin.

Schlagworte

1000 bis Christi Geburt (120) || Archäologie (307) || Archäologie einer Periode / Region (230) || Hellenismus (7) || Keramik (17) || Klassische Archäologie (29) || Kunst: Keramik, Töpferei, Glas (36) || Kunstformen (154) || Priene (4)