(0)
9783895009761

Von Klaus Stefan Freyberger und Christine Ertel Unter Mitarbeit von Arwa H. Darwish, Kathrin Tacke und der Verwendung der Dokumentation von Heinrich Bauer

Die Basilica Aemilia auf dem Forum Romanum in Rom

Bauphasen, Rekonstruktion, Funktion und Bedeutung

2016
24,5 x 34,0 cm, 244 S., 266 s/w Abb., 27 farb. Abb., 80 Tafeln und 5 Beilagen, Gebunden
88,00 €

ISBN: 9783895009761
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Die Untersuchungen zur Basilica Aemilia galten dem Ziel, die Bauphasen des Gebäudes vom 3. Jh. v. Chr. bis zu dessen Aufgabe im 7. Jh. n. Chr. chronologisch zu erarbeiten und eine durch die archäologischen Befunde begründete Rekonstruktion des gesamten Baukomplexes zu gewinnen. Dabei steht im Zentrum der Betrachtung die augusteische Restaurierungsphase nach dem Brand im Jahre 14 v. Chr. Ein weiterer Aspekt dieser Studie war die Bestimmung der verschiedenen Funktionsbereiche der Basilica Aemilia, die als Mehrzweckbau für Finanzwesen und Zivilprozesse sowie als allgemeiner Versammlungsraum für Kundgebungen ein Brennpunkt des öffentlichen Lebens und damit verbunden eng mit dem täglichen Geschehen auf dem zentralen Forumsareal verknüpft war. Diente der Luxusbau in spätrepubikanischer Zeit als Schauplatz für die führenden Personen der Gens Aemilia, so stand das Bauwerk in der Zeit des Prinzipats im Dienst der kaiserlichen Propaganda.

Ausführliche Beschreibung

Die Untersuchungen zur Basilica Aemilia galten primär dem Ziel, die Bauphasen des Gebäudes vom 2. Jh. v. Chr. bis zu dessen Aufgabe im 7. Jh. n. Chr. chronologisch zu erarbeiten und eine durch die archäologischen Befunde begründete Rekonstruktion des gesamten Baukomplexes zu gewinnen, wobei im Zentrum der Betrachtung die augusteische Restaurierungsphase nach dem Brand im Jahre 14 v. Chr. steht. Ein weiteres Ziel dieser Studie war die Bestimmung der verschiedenen Funktionsbereiche der Basilica Aemilia und deren funktionale Verknüpfung mit den umliegenden Gebäuden im zentralen Areal des Forums.
Laut Livius (40, 51, 4–5) wurde im Jahr 179 v. Chr. das originale Gebäude der Basilica Aemilia von dem Censor M. Fulvius Nobilior eingeweiht. Der Monumentalbau hatte eine dreischiffige und zweigeschossige Halle, deren Längsseite zum Forumsplatz ausgerichtet war. Über dem auf allen vier Seiten geschlossenen Bauwerk verlief ein Giebeldach mit offenem Dachstuhl aus Holz. Entlang der gesamten Südseite verlief eine Reihe von Läden, vor denen eine Portikus den Nordrand der Via Sacra säumte.
Spätestens im frühen 1. Jh. v. Chr. wurde die Halle der Basilika gänzlich in Stein ausgebaut und nach einem Brand im Jahr 14 v. Chr., während der Herrschaft des Kaisers Augustus, grundlegend erneuert. Dieser Bau behielt zwar weitgehend die Form der Vorgängerbauten bei, aber er wurde nun mit einem gänzlich neuen Material, dem Marmor aus Luni, errichtet. Von dem Glanz und Reichtum des luxuriösen Bauwerks zeugt auch die Ausstattung: Der Fußboden und die Wände im Innern waren zum Teil mit kostbarem polychromem Marmor verziert. Über der Säulenhalle und den Läden verlief eine monumentale Terrasse, auf der im rückwärtigen Teil eine Loggia stand. Aller Wahrscheinlichkeit ist diese Terrasse mit den von antiken Autoren überlieferten maeniana zu identifizieren, von der aus man das tägliche Geschehen und an Festtagen die Umzüge auf dem Forum Romanum verfolgen konnte. Wie die Basilica Julia auf der Südseite des Forumsplatzes so fungierte auch die Basilica Aemilia als ein aufwendiges Bauwerk für Finanzwesen und zudem auch als Gerichtsgebäude für Zivilprozesse. Trotz größerer Schäden durch Brände im späten 3. und frühen 5. Jh. behielten beide Basiliken diese Funktionen ungebrochen bis in das 7. Jh.bei, ehe sie wohl spätestens im 8. Jh. dem Niedergang anheim fielen.
Die Studie zur Basilica Aemilia liefert nicht nur für die Archäologie, sondern auch für die Bau- und Wirtschaftsgeschichte in der Antike gewinnbringende Erkenntnisse.

Autoreninfo

Klaus Freyberger

1948 geboren in Fürth (Bayern).

1976–1985 Studium der Klassischen Archäologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

1985 promoviert an der Ludwig-Maximilians-Universität bei P. Zanker zum Thema: Stadtrömische Kapitelle aus der Zeit von Domitian bis Alexander Severus“ (Mainz 1990).

1986–1990 Wissenschaftlicher Angestellter am Deutschen Archäologischen Institut Damaskus.

1993 Habilitation an der Universität zu Köln zum Thema: „Die frühkaiserzeitlichen Heiligtümer der Karawanenstationen im hellenisierten Osten“ (Mainz 1998).

1994–2002 Leiter des Deutschen Archäologischen Instituts Damaskus.

seit 1998 außerplanmäßiger Professor an der Universität zu Köln.

2002–2014 Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Archäologischen Institut Rom.


Publikationen:
mehrere Monographien (5) und zahlreiche Aufsätze (etwa 100) mit Schwerpunkt hellenistischer und kaiserzeitlicher Architektur in der östlichen Mittelmeerwelt und Rom unter besonderer Berücksichtigung religionsgeschichtlicher Aspekte.

Derzeitige Forschungen: Studien zur Basilica Iulia auf dem Forum Romanum in Rom

Reihentext


Seit 1973 erscheinen in der renommierten Reihe „Sonderschriften des Deutschen Archäologischen Instituts Rom“ Monographien zu bedeutenden Forschungen in Italien und Nordafrika. In Vorbereitung sind Studien zu herausragenden Bauten der griechisch-römischen Antike wie dem Poseidontempel in Paestum, den Befestigungen des antiken Syrakus oder dem Kolosseum in Rom.

Schlagworte

Antike (78) || Antiker römischer Stil (7) || Architektur (138) || Archäologie (316) || Archäologie einer Periode / Region (239) || Bauforschung (7) || Befestigung (5) || Geschichte (687) || Landschaftsarchitektur (38) || Landschaftsarchäologie (74) || Raumplanung (9) || Rekonstruktion (4) || Stadt- und Gemeindeplanung (5) || Stadtplanung und Architektur (21) || Öffentliche Gebäude (3)