(0)
9783954902187

Unter Benutzung der von Anneliese Seeliger-Zeiss erstellten Vorarbeiten zum Kloster Alpirsbach gesammelt und bearbeitet von Jan Ilas Bartusch

Die Inschriften des Landkreises Freudenstadt

2016
19,0 x 27,0 cm, 984 S., 1 Karten, 470 s/w Abb., 99 Tafeln, 3 Tafeln mit Steinmetzzeichen und Marken sowie 1 Karte, Schutzumschlag
129,00 €

ISBN: 9783954902187
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Der Band enthält die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Inschriften des Landkreises Freudenstadt, der sich aus politisch und konfessionell äußerst heterogenen Regionen zusammensetzt. Diese kulturelle Vielfalt spiegelt sich in den ca. 840 ermittelten Inschriftenträgern deutlich wider, die in 475 Katalogartikeln ihre Auswertung erfahren. Besondere Schwerpunkte bilden dabei die Grabmäler und die Glocken, deren älteste bereits aus dem 13. Jahrhundert datieren, ferner auch die liturgischen Geräten des Horber Stiftsschatz oder die Alpirsbacher Klosterausstattung. Darüber hinaus bietet das Kreisgebiet zahlreiche Kleindenkmäler von rechts- und mentalitätsgeschichtlicher Relevanz.

Ausführliche Beschreibung

Der Landkreis Freudenstadt setzt sich aus politisch und konfessionell äußerst heterogenen Regionen zusammen, die am Ende des Alten Reiches zu Württemberg, Vorderösterreich, Hohenzollern, Fürstenberg und anderen, kleineren Herrschaften gehörten. Die daraus erwachsene kulturelle Vielfalt spiegelt sich in den ca. 840 ermittelten Inschriftenträgern deutlich wider, die hier in 475 Katalogartikeln ihre Auswertung erfahren. Mehr als zwei Drittel der Texte ließen sich dabei nach dem Original edieren. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die 130 Grabmäler, deren Inschriften überwiegend an niederadelige und bürgerliche Laien – vielfach auch an Kinder – und zum geringeren Teil an Geistliche erinnern. Besonderes Interesse wecken darunter die Abtsgrabmäler in der Benediktinerabtei Alpirsbach, deren früheste bereits aus dem 12. Jahrhundert stammen. Unter den insgesamt 54 nachweisbaren Glocken datieren die ältesten aus dem 13. Jahrhundert. Die quadratisch angelegte Planstadt Freudenstadt wurde indessen erst im Jahre 1599 auf Veranlassung Herzog Friedrichs I. von Württemberg nach einem Entwurf Heinrich Schickhardts gegründet. Ihre in Form eines Winkelhakens errichtete Kirche versah der evangelische Landesherr mit bedeutenden, vielfach inschriftlich bezeichneten Altertümern fremder Provenienz, unter anderem mit einem Taufstein und einem hölzernen Lesepult aus dem 11. bzw. 12. Jahrhundert. Aber auch der zeitgenössische Bauschmuck des Gebäudes war ehemals ungewöhnlich reich an Bildtiteln, Bibelparaphrasen und Wappenbeischriften. Die katholische Stiftskirche zu Horb am Neckar birgt hingegen noch heute einen außergewöhnlichen Schatz an liturgischen Geräten, deren wertvollste Stücke von Goldschmieden des 15. Jahrhunderts gefertigt wurden. Von geringerer Pracht, in ihren Inschriften aber nicht weniger aufschlußreich ist die Ausstattung zahlreicher Dorfkirchen, wie beispielsweise die umfangreichen Wandmalereien im Langhaus der Eutinger Pfarrkirche, das spätgotische Sakramentshaus zu Oberiflingen oder das der heiligen Agatha gewidmete Flügelretabel zu Dettlingen. Unter den Bauinschriften stechen insbesondere ein Fragment des 1209 von Pfalzgraf Rudolf I. von Tübingen errichteten Memorialbaus Königswart und die nach 1308 für den Johanniterkomtur Gottfried von Klingenfels ausgeführte Wappentafel in Rexingen hervor. Daneben haben sich im Kreisgebiet eine Vielzahl von Kleindenkmälern erhalten, die über ehemalige Besitz- und Rechtsverhältnisse, aber auch über die Mentalität der Einwohner Aufschluß geben.

Autoreninfo

Jan Ilas Bartusch:
geb. 1969 in Dresden
1991–1998 Studium der Germanistik und Latinistik in Halle an der Saale, Rom (La Sapienza) und Freiburg im Breisgau
1998–2003 Promotion über die Inschriften des ehemaligen Landkreises Querfurt
seit 2001 wiss. Mitarbeiter der Forschungsstelle Deutsche Inschriften an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Forschungsschwerpunkt: mittelalterliche und frühneuzeitliche Epigraphik

Reihentext


Das Ziel des Projektes ist die Sammlung und Edition aller lateinischen und deutschen Inschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit bis zum Jahr 1650. Das Sammelgebiet umfasst nach heutigem Stand Deutschland und Österreich sowie Südtirol. Die Ergebnisse der Sammlung werden in den DI-Bänden ediert. Ein Band beinhaltet entweder die Inschriften eines bzw. mehrerer Stadt- oder Landkreise oder die Inschriften einzelner Städte. Bei Städten mit besonders großem Inschriftenbestand werden Einzelkomplexe gesondert ediert. Aufgenommen werden sowohl die noch erhaltenen als auch die nur mehr kopial überlieferten Inschriften. Das Projekt “Die Deutschen Inschriften” ist das bei Weitem älteste moderne Unternehmen zur Sammlung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Inschriften. Begründet wurde es vor über 75 Jahren als Gemeinschaftsunternehmen der wissenschaftlichen Akademien in Deutschland und Österreich auf Initiative des Germanisten Friedrich Panzer (Heidelberg) unter wesentlicher Mitwirkung der Historiker Karl Brandi (Göttingen) und Hans Hirsch (Wien).

Schlagworte

1000 bis 1500 nach Christus (323) || 16. Jahrhundert (1500 bis 1599 n. Chr.) (119) || 17. Jahrhundert (1600 bis 1699 n. Chr.) (88) || Ausstellungskataloge, Museumskataloge und Sammlungen (200) || Deutschland (225) || Geschichte (680) || Geschichte: Theorie und Methoden (200) || Geschichtsforschung: Quellen (192) || Historische Hilfswissenschaften. Epigraphik (24) || Inschrift (62) || Inschriften (26) || Kunst: Themen und Techniken (357) || Mittelalter (200) || Mitteleuropa (227) || Paläografie (185) || Paläographie (57) || Sprachwissenschaft, Linguistik (613) || Südwestdeutschland (46)