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9783895004261

Hodak, Suzana

Die koptischen Textilien im »museum kunst palast« Düsseldorf

Teil 2: Figürliche und ornamentale Purpur- und Buntwirkereien

2010
17,0 x 24,0 cm, 972 S., 149 farb. Abb., 248 s/w Abb., 588 Farbfotos, und CD-Rom mit 588 farbigen Fotos, Gebunden
248,00 €

ISBN: 9783895004261
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Der Katalog knüpft an den von Karl-Heinz Brune bearbeiteten ersten Teil der Textilsammlung des museum kunst palast in Düsseldorf an. Er komplettiert mit ingesamt 276 Katalognummern im wesentlichen den Textilbestand des Museums, der gesichert der Sammlung des Kanonikus Franz Bock (Aachen) zuzuschreiben und mit einiger Wahrscheinlichkeit nach Achmim (Panopolis) zu verorten ist. Das behandelte Konvolut umfasst bis auf wenige Ausnahmen jene Textilien, deren Purpur- und Buntwirkereien rein ornamentalen Dekor aufweisen bzw. bei figürlichen Motiven sich ausschließlich auf Tiermotive beschränken.

Ausführliche Beschreibung

Das „museum kunst palast“ in Düsseldorf beherbergt seit 1887 eine der größten Sammlungen koptischer Textilien in Deutschland. Sie stammt zu 99 Prozent aus dem Besitz des Aachener Kanonikus, Kunstsammlers und Kunsthistorikers Franz Johann Joseph Bock (1822-1899). Franz Bock gehört zu einer der schillerndsten Sammlerpersönlichkeiten in der Zeit der „Renaissance“ der Textilfunde aus Ägypten im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Seinem passionistischen Interesse in die antike und mittelalterliche Textilkunst verdanken wir heute die Bestände in zahlreichen nationalen wie internationalen Sammlungen. Der behende Griff zur Schere, um Textilproben für sich zu gewinnen oder ein Gewebe in mehrere „Verkaufsmuster“ zu zerteilen, erbrachte ihm den zweifelhaften Spitznamen „Scheren-Bock“.
Die Sammlung von über 450 Exponaten wurde bis heute in ihrer Gesamtheit erst ein einziges Mal ausgestellt, und zwar vom Mai bis Juni 1887 in der damaligen Kunsthalle in Düsseldorf. Das präsentierte Konvolut ging im Anschluss an die Ausstellung geschlossen an das Kunstgewerbemuseum in Düsseldorf, heute „museum kunst palast“. Anlässlich der Ausstellung erschien ein Katalog, der für die kommenden 117 Jahre die Primärreferenz für diese bedeutende Sammlung bilden sollte. Ohne Abbildungen erlaubten die kurzgefassten Beschreibungen von Franz Bock allerdings kaum eine reale Vorstellung von den Stücken.
Diese Lücke begann sich erst im Jahre 2004 mit Erscheinen des ersten Teils des Bestandskataloges von Karl-Heinz Brune zu schließen. Während dieser erste Band den Geweben mit figürlichen, d. h. Personen wiedergebenden Zierwirkereien gewidmet ist, vereint der vorliegende Katalog mit seinen 276 Katalognummern Zierwirkereien in polychromer und bichromer Farbgebung mit ornamentalen Motiven und Tierdarstellungen.
Insbesondere die sog. ornamentalen Purpurwirkereien, die gemessen an ihrem Motivreichtum durchaus als Primärquelle des ornamentalen Schaffens in der koptischen Kunst gelten dürfen, werden das erste Mal im Detail behandelt und eingeordnet. Die Autorin widmete sich dieser Thematik bereits in ihrer Dissertation.
Der Katalog bietet eine Einführung in die Geschichte der Sammlung und in die Thematik koptischer Textilien im Allgemeinen sowie eine äußerst detaillierte Behandlung jedes Exponates hinsichtlich Technik, Ikonographie, funktionaler und kunstgeschichtlicher Einordnung.
Über die vollständige fotographische Dokumentation im 128 Seiten umfassenden Tafelband (mit 48 Farbtafeln) hinaus ist eine Bild-CD beigefügt. Auf dieser CD finden sich nicht nur zu jeder Katalognummer verschiedene Detailaufnahmen, sondern sie erlaubt vor allem auch bei den Zierwirkereien, die in gedruckter Form nur in Schwarzweiß-Abbildung erscheinen, eine Referenz des originalen Erscheinungsbildes.
Mit diesem Band liegt nunmehr für die Bock’sche Textilsammlung im „museum kunst palast“ in Düsseldorf eine umfassende Dokumentation vor, die insbesondere auch für die Fachwelt von großem Nutzen sein dürfte.

Rezensionen

„Alles in allem liegt ein sehr gut gelungenes Werk vor, das für die wissenschaftliche Arbeit bestens geeignet ist und einen weiteren wichtigen Mosaikstein in der Aufarbeitung von Textilsammlungen darstellt. Die Autorin stellt damit wie bereits mit ihren vorangegangenen Arbeiten, unter anderem zu den Purpurwirkereien, einmal mehr ihr enormes Fachwissen zu dieser Materie unter Beweis.“

Von: Harald Froschauer

In: Journal of Coptic Studies 15 (2013), S. 297-299.

Reihentext


Sprachen und Kulturen des Christlichen Orients Hg. von Johannes den Heijer, Stephen Emmel, Martin Krause und Andrea B. Schmidt Die international angelegte Reihe bietet Monographien, Handbücher, Sammelbände und Quellen zum Christlichen Orient. Dieser soll sowohl in seiner linguistischen und philologischen Breite erfasst werden (Äthiopisch, Arabisch, Armenisch, Georgisch, Koptisch, Nubisch, Syrisch) als auch in seiner kulturellen, religiösen und historischen Thematik. In ihrer zeitlichen Dimension erstreckt sich die Reihe von der frühbyzantinischen Epoche bis ins Spätmittelalter. Sie berücksichtigt vereinzelt auch gegenwartsbezogene Darstellungen über die orientalischen Gemeinschaften im Hinblick auf ihre Verwurzelung im christlich-historischen Umfeld. Die Erforschung des Christlichen Orients erfolgt heute in verschiedenen Einzeldisziplinen, die jeweils auf bestimmte Sprachen oder geographische Regionen konzentriert sind. Neben dieser Spezialisierung besteht zugleich ein übergreifendes interdisziplinäres Interesse, die kulturellen und historischen Gemeinsamkeiten der einzelnen christlich-orientalischen Gemeinschaften in ihrer Verflochtenheit sichtbar zu machen. Die Absicht der Herausgeber ist es daher, detaillierte Fachstudien von führenden Wissenschaftlern aus ihrem jeweiligen Forschungsgebiet aufzunehmen. Zum andern wollen sie interdisziplinär angelegten Werken ein Forum bieten. Der Christliche Osten hat für die Kulturgeschichte des europäischen Abendlandes eine wesentliche Rolle gespielt und dem Westen ein reiches Erbe vermittelt. Um diese Bedeutung zu erschließen, wendet sich die Reihe auch an Studenten und an die größere Öffentlichkeit. Mit dieser Gewichtung soll der Christliche Orient in seinen vielfältigen kulturhistorischen, künstlerischen und philologischen Aspekten gebührend ins Blickfeld gerückt werden. Den Herausgebern steht ein internationales Beratergremium zur Seite.

Schlagworte

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