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9783895006746

Herausgeber: Eichner, Ina; Tsamakda, Vasiliki

Syrien und seine Nachbarn von der Spätantike bis in die islamische Zeit

2009
17,0 x 24,0 cm, 308 S., 15 s/w Strichzeichnungen, 20 Karten, 93 s/w Abb., 92 s/w-Abb., 20 Karten und Pläne, 15 Zeichnungen, 1 Tabelle auf 54 Tafeln, Gebunden
98,00 €

ISBN: 9783895006746
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Der vorliegende Band enthält dreizehn Beiträge zu verschiedenen Aspekten der syrischen Architektur und Baudekoration, zu Malerei und christlichem Kult in Syrien wie auch zum Verhältnis Syriens zu Kilikien, Ägypten und Konstantinopel in byzantinischer bzw. islamischer Zeit. Das Spektrum der ausgewählten Themen ist breit gefasst und bietet einen Überblick über die aktuellen Syrien-Forschungen der byzantinischen Archäologie und Kunstgeschichte Deutschlands.

Ausführliche Beschreibung

Der vorliegende Band enthält dreizehn Beiträge zu verschiedenen Aspekten der syrischen Architektur und Baudekoration, zu Malerei und christlichem Kult in Syrien wie auch zum Verhältnis Syriens zu Kilikien, Ägypten und Konstantinopel in byzantinischer bzw. islamischer Zeit. Das Spektrum der ausgewählten Themen ist breit gefasst und bietet einen Überblick über die aktuellen Syrien-Forschungen der byzantinischen Archäologie und Kunstgeschichte Deutschlands.
Der erste Teil widmet sich Fragen der Architektur und Baudekoration. Mit städtebaulichen Fragen beschäftigen sich neue Untersuchungen zum sog. Eisernen Tor in Antiochia (G. Brands) und die jüngsten Grabungen in einer Portikus neben der Kathedrale von Gerasa (B. Brenk). Zwei Beiträge widmen sich am Beispiel der Basilika und der Zisternen des Theklaheiligtums von Meriamlik/Ayatekla den Beziehungen zwischen Syrien und den benachbarten Provinzen Kilikien und Isaurien (G. Mietke, U. Peschlow). Außerdem wird die Wohnarchitektur Kilikiens und Syriens in einer vergleichenden Studie vorgestellt (I. Eichner).
Untersuchungen zur Form der Altarräume einiger Kirchen des Kalksteinmassivs (P. Grossmann) und die stilistische Entwicklung der Konstantinopler Kapitellplastik im Vergleich zu Nordsyrien (Ph. Niewöhner) schließen sich an.
Das Buch enthält im zweiten Teil Untersuchungen zu Bedeutung und Einfluss der syrischen Kunst und Kultur und zu religionsgeschichtlichen Fragen.
Die neuen Ergebnisse zur syrischen Wandmalerei revidieren auf der Grundlage aktueller Untersuchungen der David- und Goliath-Darstellung im „Baptisterium“ von Dura-Europos (D. Korol) und der Dokumentation bisher nicht registrierter Darstellungen im Beltempel in Palmyra (St. Westphalen) die bisherige Deutung dieser Malereien. Ein Beitrag beschäftigt sich mit Tatians Diatessaron und geht der Frage nach dessen Einfluss auf die frühe Evangelienillustration nach (V. Tsamakda). Mit einer kleinen Gruppe von nahöstlichen Eulogien beschäftigt sich ein Beitrag zur Verbreitung der Pilgerdevotionalien in ganz Europa (A. Arbeiter). Anhand einer Styliten-Darstellung im Chludovpsalter wird in einem Beitrag nach der Rolle der Stylitenverehrung im größeren Zusammenhang des byzantinischen Bilderstreits gefragt (Ch. Stephan-Kaissis). Die Untersuchung einer der wichtigsten Reliquien des Christentums, des Mandylions, schließt den Band ab (G. Wolf).

Rezensionen

„Der Band versteht sich als Festschrift für den Byzantinischen Archäologen und Kunsthistoriker Christian Strube. Die dreizehn bieträge gliedern sich in die beiden Sektionen „Architektur und Baudekoration“ sowie „Malerei und Kult“, wobei jedoch eine größere thematische Vielfalt herrscht als diese Zuordnungen vermuten lassen. So findet sich in der zweiten Sektion ein Beitrag von Gerhard Wolf zum Reisebericht der Egeria. Auch der erste Abschnitt bietet einiges für die Historische Geographie Interessantes. Im ersten Beitrag zeigt Gunnar Brands, wie seine detaillierte topographische und Bauuntersuchung eines der bedeutendsten spätantik-byzantinischen Denkmäler des syrischen Raums, des Eisernen Tores von Antiocheia am Orontes, das die Stadt vor den Sturzfluten des Frühjahrs schützen sollte, die bisher stets für fabulös gehaltene literarische Behandlung des Bauwerkes durch Prokop in ein neues Licht rückt und verständlich macht. Beat Brenk untersucht das langsame Ende der Kathedrale von Gerasa im 7. und 8. Jh. Ina Eichner vergleicht die spätantiken Wohnhäuser der verschiedenen Regionen Syriens mit denen Kilikiens und stellt dabei sowohl Gemeinsamkeiten, als auch Unterschiede fest, die wohl mit unterschiedlichen Anforderungen des Alltagslebens zusammenhängen. Mit Syrien als Pilgerziel befassen sich schließlich die Untersuchungen von Achim Arbeiter und Christine Stephan-Kaissis, die beide unterschiedliche Arten von syrischen Pilgermitbringseln analysieren, die bis nach Lusitanien hin verbreitet waren. Auch die übrigen Beiträge, die vor allem Kirchenbauten und Malereien untersuchen, sind anregend und weiterführend.“

FD

In: Orbis Terrarum. Band 10 (2008-2011). S. 242.

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„Die Aufsätze sind stets gut eingeleitet und führen den Leser auch wohlbehalten in unbekanntes Terrain. In der Einleitung findet sich zudem eine kurze Zusammenfassung aller Aufsätze. Zusätzlich gibt es einen Bildanhang mit zahlreichen nach Beiträgen gegliederten Plänen, Zeichnungen und Schwarzweiß-Fotografien von hervorragender Qualität. Es werden neue Erkenntnisse im Bereich einzelner Ausgrabungen präsentiert und angesichts der vielen neuen Denkanstöße, neuen Sichtweisen und Revisionen überalterter Überzeugungen kann der Sammelband einen wichtigen Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs leisten.“

Jana Müller-Siegwardt

In: Göttinger Forum für Altertumswissenschaft. 14 (2011), S. 1027-1033.
http://gfa.gbv.de/dr,gfa,014,2011,r,04.pdf
(20. Mai 2011)

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„Wie diese Aufstellung zeigt, nimmt in allen Beiträgen die Spätantike und der Großraum Syrien einen breiten Raum ein. Damit ist der Titel des Sammelbandes gut gewählt. Für den Islamwissenschaftler sind besonders die Beiträge von Brenk, Eichner, Westphalen und Tsamakda von Interesse, da sie die spätantiken Linien bis in die islamische Zeit weiterverfolgen. Sei es die Weiternutzung der Basilika von Gerasa nach der Eroberung durch die Muslime, sei es das Fortbestehen der ländlichen Hausarchitektur oder die Überlieferung von Tatians Diatessaron in arabischen Handschriften - an all diesen Beispielen zeigt sich, wie sehr die islamische Kultur mit der spätantiken Tradition verwoben war.

Wie jede Festschrift zeichnet sich auch diese durch einen breiten thematischen Rahmen und eine unterschiedliche Qualität der Beiträge aus. Der kunsthistorische Fokus, der sich in den zwei Teilen „Architektur und Baudekoration“ bzw. „Malerei und Kult“ widerspiegelt, in welche dieser Sammelband eingeteilt ist, mag für Kunsthistoriker der Spätantike von besonderem Interesse sein. Doch auch für Islamwissenschaftler hat diese Festschrift einiges Lesenswertes zu bieten!“

Jens Scheiner

In: sehepunkte
http://www.sehepunkte.de/2010/11/17970.html
(22. November 2010)

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„Ein Buch, das für die Wissenschaft von großem Nutzen sein dürfte. Laien hingegen bräuchten besondere Geduld beim Lesen der gut verständlichen Texte. Diese Geduld wird am Ende des Buches nicht nur mit einem Zuwachs an Wissen belohnt, sondern auch mit der Erkenntnis, dass archäologische Wissenschaft, trotz der akribisch geführten und notwendigerweise auch von Fachbegriffen begleiteten Darlegung von Fakten durchaus spannend sein kann.“

In: Kunstbuchanzeiger.de
URL: http://www.kunstbuchanzeiger.de/de/themen/epochen/rezensionen/1069/ (17.02.2010)

Autoreninfo

Ina Eichner
in Worms geboren. 1988-1991 Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Medienwissenschaften in Marburg. 1991 Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Ägyptologie an der Universität Mainz. 1992-1996 Studium der Kunstgeschichte, Christlichen Archäologie und byzantinischen Kunstgeschichte und Klassischen Archäologie in Heidelberg. 1996 Wechsel zum Hauptfach Christliche Archäologie und byzantinische Kunstgeschichte in Heidelberg. 1998-2003 Promotionsstudium an der Universität Heidelberg im Fach Christliche Archäologie. 2003 Promotion mit einer Arbeit über „Frühbyzantinische Wohnhäuser in Kilikien“.
Seit 1996 regelmäßige Teilnahme an Ausgrabungen des Landesdenkmalamtes Karlsruhe. 1998-2003 Leitung eines Surveyprojektes zur Erforschung der Wohnhäuser in Kilikien/Südtürkei. 1998-2004 Mitarbeiterin an der Ausgrabung von Andarin/Androna in Syrien, dort Leiterin der Hausgrabung 2001-2004. 2004-2009: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ägyptologie der LMU München zur Leitung der Ausgrabung des Klosters Deir el-Bachit in Theben-West/Oberägypten (DFG-Projekt von Prof. Dr. Günter Burkard). 2003 und 2008 Lehraufträge an den Universitäten Heidelberg und Göttingen. Ab Juni 2009 Forschungsstipendium am Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz.
Stipendien: 1998 DAAD-Auslandsstipendium für die Türkei. 2003 Reisestipendium der Fritz und Helga Exner Stiftung für die Türkei im Rahmen des Stipendienprogramms der Südosteuropa-Gesellschaft.
Forschungsschwerpunkte: Byzantinische Architektur in Kleinasien, Syrien und Ägypten mit Schwerpunkt Wohnarchitektur. Bautechnik. Klosterarchitektur in Ägypten und der Levante.

Prof. Dr. Vasiliki Tsamakda
in Thessaloniki geboren. 1988-1992 Studium der Geschichte und Archäologie an der Universität Kreta, 1994-1995 Studium der Klassischen Archäologie und der Kunstgeschichte an der Universität Leipzig, 1995-2001 Promotionsstudium an der Universität Heidelberg. Seit 1995 Teilnahme an Ausgrabungen in Frankreich (Tautavel, Caune del’Arago) und Deutschland (Ladenburg). 2001 Promotion mit einer Arbeit über „Die illustrierte Chronik des Johannes Skylitzes in Madrid“. Ab 2001 Lehrtätigkeit an den Universitäten Heidelberg und München. 2006-2008 Mitarbeiterin am Institut für Kulturgeschichte der Antike der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im FWF-Projekt (START): „Die Domitilla-Katakombe in Rom“. 2008 Habilitation an der Universität München und venia legendi für das Fach Spätantike Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte. Titel der Habilitationsschrift: „Die Panagia-Kirche und die Erzengelkirche in Kakodiki. Kunst- und kulturgeschichtliche Analyse byzantinischer Malerei Kretas im 14. Jh.“ WS 2008/09 Vertretungsprofessur an der Universität München, seit 2009 freie Mitarbeiterin am Domitilla-Projekt. SS 2009 Professur an der Universität Mainz, Kunsthistorisches Institut, Leiterin des Arbeitsbereichs Christliche Archäologie und byzantinische Kunstgeschichte.
Stipendien: 1993: DAAD-Stipendium in Leipzig; 1997-99: Promotionsstipendium, Landesgradui-ertenförderung Baden-Württemberg; 2000: Promotionsstipendium der „Basilas Scholarship Foundation“; 2005: Habilitationsstipendium nach dem HWP-Programm.
Forschungsschwerpunkte: Byzantinische Buch- und Monumentalmalerei; Katakombenkunst; kulturelle Beziehungen zwischen Byzanz und dem Westen.

Reihentext


Diese Schriftenreihe widmet sich speziell den Forschungen zur Christlichen Archäologie und Kunstgeschichte in spätantiker und frühchristlicher Zeit. Sie umfasst die gesamte Epoche der Spätantike bis zum frühen Mittelalter, im Bereich des byzantinischen Reiches auch darüber hinaus. Die Reihe ist überkonfessionell und ohne Bindung an bestehende Institutionen, arbeitet jedoch mit der „Arbeitsgemeinschaft Christliche Archäologie zur Erforschung spätantiker, frühmittelalterlicher und byzantinischer Kultur“ zusammen. Sie konzentriert sich vor allem auf die Kunstdenkmäler und versteht sich daher nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu schon bestehenden Reihen, die in der Regel nicht nur die materielle Hinterlassenschaft der alten Kirche, sondern stets auch literarische, theologische und philologische Themen behandeln. Einer klareren Zuordnung und einer größeren Bandbreite der verschiedenen Disziplinen wegen wurden zwei Unterreihen eingerichtet: Die Reihe A „Grundlagen und Monumente“ setzt sich schwerpunktmäßig mit einzelnen Denkmälern bzw. Denkmalgruppen im Sinne einer korpusartigen Erfassung der Denkmäler auseinander. In der Reihe B „Studien und Perspektiven“ werden einerseits Vorträge der Tagungen der „Arbeitsgemeinschaft Christliche Archäologie“ publiziert, andererseits bietet sie ein Forum für Untersuchungen zu den verschiedensten Fragen aus dem Gebiet der spätantiken/byzantinischen Archäologie und Kunstgeschichte.

Schlagworte

Altertumswissenschaften (27) || Archäologie (345) || Archäologie einer Periode / Region (266) || Byzantinistik (12) || Byzanz (23) || Geographie (506) || Geschichte (711) || Geschichte der Religion (65) || Gesellschaft und Kultur, allgemein (280) || Kultur- und Medienwissenschaften (197) || Kulturwissenschaften (179) || Kunst: Themen und Techniken (371) || Kunstgeschichte (211) || Landschaftsarchäologie (76) || Mittlerer Osten (364) || Politik und Staat (63) || Politikwissenschaft (17) || Religion und Glaube (210) || Religion, allgemein (89) || Spätantike (40) || Syrien (60) || Vorderer Orient. allgemein (14)