Titelsuche
Hama als Erinnerungsfigur
Tabu, Schweigen und der Kampf um Deutungshoheit in der syrischen Literatur
Titel erscheint am 27.02.2026
17,0 x 24,0 cm, 372 S., Gebunden
ISBN: 9783752009118
17,0 x 24,0 cm, 372 S., Gebunden
98,00 €
ISBN: 9783752009118
Kurze Beschreibung
Dieses Buch widmet sich dem Massaker von Hama im Jahr 1982, das jahrzehntelang zu den stärksten Tabus der syrischen Gesellschaft zählte. Anhand literarischer Darstellungen und Deutungszuschreibungen werden Formen des Schweigens, Erinnerns und Erzählens im Zusammenhang mit dem Massaker analysiert. Die Untersuchung zeigt, wie eng der Kampf um Deutungshoheit über dieses Massaker mit der Aushandlung von Machtstrukturen unter dem Assad-Regime verbunden war und inwiefern literarische Stimmen im Kontext staatlich verordneten Schweigens alternative Erinnerungsräume eröffnen können. Die Studie bezieht bisher wenig sichtbare Perspektiven ein, indem sie die Analyse literarischer Werke mit Interviews mit Zeitzeug:innen verbindet, und leistet so einen Beitrag zum Verständnis der Dynamiken von Erinnerung und Schweigen in autoritären Systemen sowie der Rolle von Kunst und Literatur in Prozessen der Aufarbeitung und Transitional Justice.Reihentext
Diese Reihe stellt innovative Arbeiten zu den nahöstlichen Literaturen in ihren verschiedenen Epochen und Gattungen vor. Sie versteht sich nicht ausschließlich als ein Forum für Orientwissenschaftler, sondern möchte auch Komparatisten, Literaturwissenschaftlern und einer interessierten Öffentlichkeit Einblicke in das breite Spektrum gegenwärtig produzierter und rezipierter Literatur des Nahen Ostens bieten.
Denn die Herausgeberinnen, Autorinnen und Autoren wollen den Titel der Reihe programmatisch verstanden wissen. Sie gehen von einem Begriff der Weltliteratur aus, der die orientalischen Literaturen nicht nur statisch einbegreift, sondern sie in ein Kulturregionen und Nationalsprachen übergreifendes Spannungsfeld stellt, dessen Dynamik erst im interdisziplinären Austausch erfasst werden kann. Sie gehen ferner davon aus, dass Literaturen in vielfacher Weise intertextuell geprägt sind, dass sie Lektüren verschiedenster vorausgehender Texte darstellen und daher erst in ihrem „lokalen historischen Kontext“ ihren Reiz als Ausdruck einer regional geprägten Ästhetik entfalten können. Die Reihe versucht so, einer neuen Sensibilität für mythische, archetypische, aber auch historische Subtexte in der nahöstlichen Literatur Bahn zu brechen, sie aber gleichzeitig als wichtigen Ausdruck einer globalen kulturellen Mobilität sichtbar zu machen.

Inhaltsverzeichnis
