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9783895006852

Schmitt, Rüdiger

Die altpersischen Inschriften der Achaimeniden

Editio minor mit deutscher Übersetzung

2009
21,0 x 29,7 cm, 212 S., Leinen
49,00 €

ISBN: 9783895006852
Vorwort
Inhaltsverzeichnis

Kurze Beschreibung

Der Band enthält eine vollständige Ausgabe und deutsche Übersetzung der altpersischen Versionen der meist dreisprachigen Keilinschriften der Achaimenidenkönige. Nicht berücksichtigt sind wegen ihrer geringen historischen Aussagekraft nur die Gefäß-, Siegel- und Gewichtsinschriften. Die Ausgabe bietet in zwei Spalten den transliterierten und den transkribierten (‘normalisierten’) Text sowie, darunter, knappe Anmerkungen bzw. die (möglichst wörtliche) Übersetzung. Vorangestellt ist ihr eine Liste sämtlicher achaimenidischer Keilinschriften, die die Texte stichwortartig beschreibt und die für Text und Übersetzung wesentliche Literatur verzeichnet.

Ausführliche Beschreibung

Der Band enthält erstmals seit F. H. Weissbach, „Die Keilinschriften der Achämeniden“ (1911) eine vollständige Ausgabe und deutsche Übersetzung der altpersischen Versionen der meist dreisprachigen Keilinschriften der persischen Könige aus dem Achaimenidengeschlecht. Text (in Transliteration und ‘normalisierender’ Transkription) und Übersetzung berücksichtigen sowohl die zahlreichen im Verlauf des 20. Jahrhunderts in Susa, Persepolis und anderenorts gemachten neuen Textfunde wie auch die Fortschritte in der Herstellung gesicherter authentischer Texte und in deren Interpretation. Außer Betracht bleiben nur die kleinen Corpora der Gefäß-, Siegel- und Gewichtsinschriften, die von beschränkter historischer Aussagekraft sind. Die Textausgabe enthält in zwei Spalten nebeneinander den transliterierten und den transkribierten Text sowie, darunter, knappe Anmerkungen bzw. die Übersetzung, die eine möglichst wörtliche Wiedergabe versucht. Der Text wird nicht fortlaufend und auch nicht in zeilengetreuer Präsentation des jeweiligen Originals gedruckt, sondern zergliedert in Paragraphen und weiter in kurze Abschnitte (Phrasen, Sätze, Teilsätze).
Der Edition der altpersischen Inschriften ist eine Liste sämtlicher (auch der nicht-altpersischen) Achaimenideninschriften in Keilschrift vorangestellt, die die Texte stichwortartig beschreibt und die für die Textkonstitution und die Übersetzung wesentliche Literatur verzeichnet.
Der Band wendet sich nicht nur an Iranisten, Indoiranisten und Indogermanisten, sondern darüber hinaus an alle nicht auf das Altpersische und die achaimenidenzeitliche Epigraphik spezialisierten Angehörigen benachbarter Disziplinen (wie der Alten Geschichte, Klassischen und Vorderasiatischen Archäologie, Assyriologie, Biblischen Theologie usw.), denen sie einen verlässlichen Text als Arbeitsgrundlage bieten will.

Rezensionen

Fast 100 Jahre nach der letzten vollständigen deutschen Übersetzung der „Keilschriften der Achaimeniden“ von Franz H. Weissbach widmet sich nun der renommierte Iranist und Indogermanist Schmitt erneut diesem Vorhaben. Der vorliegende Band stellt dabei nur ein Teilstück eines ehrgeizigen Vorhabens dar, gemeinsam mit assyriologischen und althistorischen Kollegen eine Gesamtausgabe der Achaimenideninschriften mit einer deutschen Übersetzung sowie einem historischen Kommentar zusammenzustellen. Zusätzlich zu den mit Sorgfalt publizierte und chronologisch nach den Herrschern geordneten Texten samt Übersetzung, findet sich auf den Seiten 7-32 eine ausführliche Liste der Achaimenideninschriften. Eine intensive Kommentierung der Inschriften wird jedoch erst in der “Edition maior“ erfolgen.“

CF

In: Orbis Terrarum. Band 10 (2008-2011). S. 217


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„Die von Rüdiger Schmitt vorgelegte „Editio minor“ mit einer deutschen Übersetzung kann und will die Ausgabe von Weißbach nicht ersetzen, bietet nun aber eine grundlegende Neubearbeitung der altpersischen Inschriften.
Der Band enthält zunächst eine Liste aller dem Autor bekannten achaimenidischen Inschriften. Sie verschafft nicht nur einen Überblick über die erhaltenen Inschriften, sondern erweist sich auch aufgrund der Informationen wie der Beschreibung des Inschriftenträgers, des Erhaltungszustandes des Texts, den Angaben zum Inhalt und der (den) Sprache(n), in der (denen) die Inschrift verfasst ist, und schließlich den Hinweisen auf die einschlägige Literatur zu den Bearbeitungen der Inschriften als äußerst nützlich (S. 7-32). Die im Buch behandelten Inschriften sind zusätzlich mit einem Seitenverweis versehen. Die Liste ist nach dem gängigen Schema, nach den Namen der Könige (als Textautoren) und den Herkunftsorten der Inschriften mit weiterer alphabetischer Durchzählung aufgebaut. Eine Abweichung dieses Gliederungsprinzips betrifft die Inschriften auf Gefäßen, Siegeln und Gewichten. Sie sind separat angeführt (S. 27-32) und werden in der Edition auch nicht weiter berücksichtigt, da sie meist nur den Namen des Königs beinhalten und deshalb von Schmitt als „von beschränkter historischer Aussagekraft“ eingestuft werden.
(...) Der Kommentar zu einzelnen Textstellen ist knapp gehalten und enthält fast ausschließlich Hinweise auf sprachliche Eigenheiten, oder inhaltliche Besonderheiten sowie auf weiterführende Literatur. Auf einen historischen Kommentar wird praktisch verzichtet.
Die „Editio minor“ der „altpersischen Inschriften der Achaimeniden“ konzentriert sich auf eine Neubearbeitung der altpersischen Texte mit Übersetzung, Kommentar und Hinweise auf wesentliche Literatur. Auf die Edition, die aus dem umfassenden Projekt einer Neubearbeitung der achaimenidischen Königsinschriften samt historischem Kommentar und Bearbeitung der Ikonographie des Bisutun-Monuments hervorgehen wird, darf man gespannt sein. Zwei Treffen der international besetzten Arbeitsgruppe haben bisher stattgefunden (2008 in Innsbruck, 2010 in Paris). Bis zur Veröffentlichung
der Editio maior sollte die Ausgabe von Rüdiger Schmitt in keiner gut sortierten Fachbibliothek fehlen. Auch eine private Anschaffung kann empfohlen werden.“

Birgit Gufler

In: Anzeiger für die Altertumswissenschaft. LXIV (2011) Heft 3/4. Sp. 181-184.

Autoreninfo

Rüdiger Schmitt

Von 1979 bis 2004 Professor für Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft und Indoiranistik an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, ist am 1. Juni 1939 in Würzburg geboren. Er studierte 1958 bis 1965 in Würzburg, Erlangen und Saarbrücken, insbesondere bei Manfred Mayrhofer. Er spezialisierte sich - nach Arbeiten zur Indogermanischen Dichtersprache, zum Griechischen und Armenischen - auf altiranische Sprachen, altpersische Epigraphik und insbesondere auf iranische Personennamen.

Schlagworte

Achaemenids || Alte Welt (120) || Artaxerxes I., Iran, König || Artaxerxes II., Iran, König || Artaxerxes III., Iran, König || Bisutun (2) || Cuneiform Writing || Darius I., Iran, König (2) || Darius II., Iran, König || Geschichte (728) || Geschichte: Theorie und Methoden (213) || Geschichtsforschung: Quellen (205) || Historische Staaten, Reiche und Regionen (198) || Inscriptions || Old Persian || Paläografie (195) || Persepolis (3) || Persisches Reich (8) || Sprachwissenschaft, Linguistik (648) || Susa (2) || Xerxes I., Iran, König (2)