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9783895000317

Bräm, Andreas

Das Andachtsbuch der Marie de Gavre

Paris, Bibl. Nat. Ms. nouv. acq. fr. 16251. Buchmalerei in der Diözese Cambrai im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts

1997
21,0 x 29,0 cm, 388 S., 8 farb. Abb., 84 s/w Abb., Leinen
62,00 €

ISBN: 9783895000317

Kurze Beschreibung

Das Andachtsbuch der Marie de Gavre zählt mit ehemals 90, heute 87 ganzseitigen Miniaturen zur Vita Christi und der Heiligen zu den bedeutendsten Bilderhandschriften des 13. Jahrhunderts. Es gehörte einer Nonne des Zisterzienserinnenkloster von Wauthier-Braine im belgischen Hennegau um 1285. Typologisch ist das Werk einzigartig, da es außer einem lateinischen Kalendar und einer in französischen Miniaturenliste textlos ist. Die Handschrift entstand wahrscheinlich nicht in dem Kloster, sondern in der nahen Stadt Nivelles. Die Buchmalerei dem dortigen berühmten Gertrudenschrein stark verpflichtet.
Die Monographie behandelt alle Fragen zur kunsthistorischen Einordnung und Umgebung dieser besonderen Handschrift.

Ausführliche Beschreibung

Das Andachtsbuch der Marie de Gavre, Ms. nouv. acq. fr. 16251 der Bibliotheque Nationale von Paris, zählt mit ehemals 90, heute 87 ganzseitigen Miniaturen zur Vita Christi und der Heiligen zu den bedeutendsten Bilderhandschriften des 13. Jahrhunderts. Es stellt den buchkünstlerischen Höhepunkt Nordfrankreichs und Flanderns in dieser Zeit dar.
Kalendar- und Archivstudien erlauben es, die Erstbesitzerin um 1285, eine Nonne im Zisterzienserinnenkloster von Wauthier-Braine im belgischen Hennegau zu ermitteln, die damit in den kleinen Kreis adeliger Besitzerinnen exklusiver Bilderhandschriften gehört.
Typologisch ist das Werk einzigartig, da es außer einem lateinischen Kalendar und einer in französischer Sprache geschriebenen Miniaturenliste textlos ist. Die große Zahl von ganzseitigen Miniaturen ohne Text - mit Szenen in knapper aber prägnanter Formulierung und mit Compassio-Motiven - zeigt, dass die Handschrift als Bilderandachtsbuch konzipiert und benutzt wurde.
Die Buchmaler, aus deren Werkstatt noch fünf weitere Handschriften hervorgegangen sind, haben kaum im Kloster gearbeitet, sondern wohl in der Stadt Nivelles. Ihre Arbeit ist denn auch stark dem dort befindlichen berühmten Gertrudenschrein verpflichtet. Die Untersuchung der Arbeitsabläufe hat gezeigt, dass die Herstellung des außerordentlich reich illustrierten Codex für die Künstler keine alltägliche Aufgabe darstellte.
Die monographische Darlegung des Bilderandachtsbuches erfolgt im Zusammenhang mit der Produktion illuminierter Handschriften in der Diözese Cambrai, die im Mittelalter mit Brabant und Hennegau einen beträchtlichen Umfang erreichte und städtische Zentren wie Mons, Brüssel und Mechelen umfasste.
Die Monographie enthält außer einer kunsthistorischen und historischen Einordnung sämtliche Miniaturen sowie ausführliches Vergleichsmaterial in über 200 Abbildungen.

Rezensionen

„Das Werk bietet die Edition eines einzigartigen mittelalterlichen Bilderbuchs (87 ganzseitige Deckfarbenminiaturen), des lateinischen Kalendars und des französischen Bilderverzeichnisses. Nach einer ausführlichen kodikologischen Beschreibung und der Darstellung der Geschichte der Handschrift analysiert der A. die verschiedenen Miniaturenzyklen der Handschrift.“

In: Medioevo Latino. XX (1999). S. 557.

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„Le livre d'images de Madame Marie, présenté récemment à l'exposition de „L'art au temps des rois niaudits“, est un manuscrit exceptionnel de la fin du XIIIe siècle, car c'est un ouvrage de devotion, dont le texte est très réduit et où les enluminures peintes recto-verso tiennent la première place. Il y en a 87 sur 207 pages et il y en avait 90 à l’origine. Le calendrier cistercien en tête, la présence sur les images de dame Marie en religieuse au pied de saint Jacques et de saints vénérés dans la région de Mons, indiquent que ce livre a été fait pour une cistercienne du Hainaut ou du Brabant. A. Bräm donne une étude très détaillée, codicologique, iconographique ei stylistique du manuscrit. Il pense que l'ouvrage était destiné au monastère de Wauthier-Braine, entre Nivelles et Bruxelles, parce qu'il en rapproche d'autres manuscrits exécutés pour le même couvent. Et il identifie la destinatrice à Marie de Gavre, apparentée aux seigneurs de Braine et d'Acren. Son étude stylistique le conduit à dresser un panorama de l’art, dans la peinture, la sculpture et l'orfèvrerie, dans l'ancien diocèse de Cambrai qui s'étendait jusqu'au nord d'Anvers, à la fin du
XIIIe siède, et à distinguer cette production du milieu parisien. Ce manuscrit de très grande qualité indique aussi la précarité des images de dévotion personnelle à usage féminin.“

In: Gazette des beaux-arts. September 1998. S. 21.

Schlagworte

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