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9783895005848

Stauffer, Annemarie

Antike Musterblätter

Wirkkartons aus dem spätantiken und frühbyzantinischen Ägypten

2008
22,5 x 31,5 cm, 248 S., 108 farb. Abb., 225 s/w Fotos, 31 s/w Strichzeichnungen, Gebunden
138,00 €

ISBN: 9783895005848
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Die Frage nach antiken Mustervorlagen und Werkstattorganisation hat in jüngster Zeit neue Aktualität erfahren. Eine besondere Art von Vorlagen stellt eine über hundert Beispiele umfassende Gruppe von Textilmustern auf Papyrus dar. In der vorliegende Publikation wird zum ersten Mal gezeigt, warum und wie solche Vorlagen in den Webateliers verwendet worden sind. Ein abschließendes Kapitel beschäftigt sich mit der Bedeutung von Webvorlagen auch für andere künstlerische Bereiche. An den einleitenden Text schließen sich ein ausführlicher Katalog mit 100 s/w-Tafeln sowie 48 synoptische Farbtafeln an.

Ausführliche Beschreibung

Die Frage nach antiken Mustervorlagen und damit verbunden die Frage nach antiker Werkstattorganisation hat Wissenschaftler verschiedener Disziplinen in den vergangenen Jahren intensiv beschäftigt. Durch ihre Forschungen zur spätantiken Textilgeschichte stieß Annemarie Stauffer vor einigen Jahren auf Papyrusillustrationen aus Ägypten, die augenscheinlich als Vorlagen in der Textilherstellung gedient haben. Im Rahmen einer interdisziplinär angelegten Forschungsarbeit wurden die Bestände sämtlicher namhafter europäischer und außereuropäischer Papyrussammlungen systematisch nach solchen Vorlagen für Weber durchsucht. Über hundert erhaltene Beispiele konnten dabei wissenschaftlich erfasst werden.
Die große Zahl der erhaltenen Mustervorlagen erlaubte es, diese nach gemeinsamen Merkmalen zu befragen und die Vorlagen originalen spätantiken und frühbyzantinischen Textilien gegenüber zu stellen. Aus der Beschäftigung mit dem reichhaltigen Material ergeben sich überraschende und klare Einblicke in den antiken Werkstattbetrieb sowie vielfältige Hinweise dazu wie Vorlagen in den Webateliers umgesetzt wurden, wie genau die Weber sich an die Vorlagen hielten bzw. wie weit sie sich die Freiheit für eigene Gestaltungsmöglichkeiten nahmen.
Im ersten Teil der Publikation werden die klar fassbaren Charakteristika der Musterkartons für Wirker vorgestellt, die Vorlagen selbst gegen andere Gruppen spätantiker Papyrusillustrationen abgegrenzt, die Arbeitsweise mit solchen Vorlagen erläutert und Fragen des künstlerischen Umgangs mit derartigen Vorgaben diskutiert.
Es schließt sich ein ausführlicher vergleichender Katalog der behandelten Mustervorlagen auf Papyrus an, in dem alle Beispiele in Schwarz-Weiß und Farbe abgebildet werden. Erstmals werden die Vorlagen zeitgleichen Textilien gegenübergestellt. Dadurch wird die Art und Weise, wie solche Vorlagen ins textile Medium umgesetzt wurden, augenfällig und leicht nachvollziehbar. Ein Tafelteil mit 48 Farbtafeln ergänzt den wissenschaftlichen Katalog.

Das in der Publikation erstmalig in dieser Weise vorgeführte Material wirft neues Licht auf den Umgang mit Vorlagen nicht nur im Bereich der Textilkunst, sondern auch in anderen kunsthandwerklichen Bereichen wie der Mosaikkunst, Bauplastik und Kleinkunst. Die Publikation richtet sich deshalb nicht nur an Textilhistoriker, sondern an einen breiten Kreis von Altertumsforschern, Archäologen, Papyrologen und Kunsthistorikern.

Autoreninfo

Annemarie Stauffer studierte Kunstgeschichte, Geschichte des Mittelalters und Deutsche Literatur. Zweitausbildung zur Textilrestauratorin. 1992/93 Habilitationsstipendium des Schweizerischen Nationalfonds. 1993 Stipendiatin am Istituto Svizzero in Rom. Mitarbeit an zahlreichen internationalen Projekten u.a. des Deutschen Archäologischen Instituts und der Deutschen Kulturhilfe. Seit 1993 Professorin am Institut für Konservierungswissenschaft an der Fachhochschule Köln. Forschungsprojekte und zahlreiche Publikationen zur antiken und mittelalterlichen Textilgeschichte, zum Handel mit Textilien und zu Fragen des Technologie- und Mustertransfers.

Reihentext


Diese Schriftenreihe widmet sich speziell den Forschungen zur Christlichen Archäologie und Kunstgeschichte in spätantiker und frühchristlicher Zeit. Sie umfasst die gesamte Epoche der Spätantike bis zum frühen Mittelalter, im Bereich des byzantinischen Reiches auch darüber hinaus. Die Reihe ist überkonfessionell und ohne Bindung an bestehende Institutionen, arbeitet jedoch mit der „Arbeitsgemeinschaft Christliche Archäologie zur Erforschung spätantiker, frühmittelalterlicher und byzantinischer Kultur“ zusammen. Sie konzentriert sich vor allem auf die Kunstdenkmäler und versteht sich daher nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu schon bestehenden Reihen, die in der Regel nicht nur die materielle Hinterlassenschaft der alten Kirche, sondern stets auch literarische, theologische und philologische Themen behandeln. Einer klareren Zuordnung und einer größeren Bandbreite der verschiedenen Disziplinen wegen wurden zwei Unterreihen eingerichtet: Die Reihe A „Grundlagen und Monumente“ setzt sich schwerpunktmäßig mit einzelnen Denkmälern bzw. Denkmalgruppen im Sinne einer korpusartigen Erfassung der Denkmäler auseinander. In der Reihe B „Studien und Perspektiven“ werden einerseits Vorträge der Tagungen der „Arbeitsgemeinschaft Christliche Archäologie“ publiziert, andererseits bietet sie ein Forum für Untersuchungen zu den verschiedensten Fragen aus dem Gebiet der spätantiken/byzantinischen Archäologie und Kunstgeschichte.

Schlagworte

Antike (80) || Archäologie (347) || Ausstellungskataloge, Museumskataloge und Sammlungen (204) || Byzanz (23) || Christi Geburt bis 500 (141) || Geschichte (713) || Kopten (13) || Kunst: Themen und Techniken (371) || Kunstformen (160) || Kunstgeschichte (211) || Nordafrika (237) || Spätantike (40) || Textilien (8) || Textilkunst (10) || Ägypten (233) || Ägypten, klassische Antike (332 v. Chr. bis 630 n. Chr.) (4)