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9783895009273

Mietke, Gabriele; Ehler, Elisabeth; Fluck, Cäcilia; Helmecke, Gisela

Josef Strzygowski und die Berliner Museen

2012
22,5 x 21,0 cm, 104 S., 76 farb. Abb., Broschur
16,80 €

ISBN: 9783895009273
Vorwort
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Vor 150 Jahren, am 7. März 1862, wurde Josef Strzygowski in Westgalizien (heute Polen) geboren. Nach einem Studium der Kunstgeschichte wurde er 1892 Professor in Graz, 1909 in Wien. Bald entwickelte er sich zu einem der ersten Wissenschaftler auf dem damals noch jungen Gebiet der byzantinischen Kunstgeschichte. Es ist sein Verdienst, die Bedeutung Kleinasiens, Ägyptens und des Vorderen Orients für die Entwicklung der christlichen Kunst herausgestellt zu haben.
Für den Aufbau einer hochkarätigen spätantiken und byzantinischen Sammlung an den Berliner Museen griff Wilhelm von Bode, damals Direktor der Skulpturensammlung, auf Josef Strzygowski als Experten zurück. Mit seiner Hilfe wuchs dieser Sammlungsbereich von weniger als 100 auf etwa 2.000 Objekte an. Auch das Ägyptische Museum und die Islamische Abteilung profitierten von seiner Arbeit.
Der Ausstellungskatalog stellt Strzygowskis wichtige Rolle für die Berliner Museen heraus. Gezeigt werden biografische Dokumente, zeitgenössische Zeugnisse zu seiner Tätigkeit für Berlin und zahlreiche Objekte, die mit seiner Hilfe erworben wurden.

Ausführliche Beschreibung

Pionier der byzantinischen Kunstgeschichte
Vor 150 Jahren, am 7. März 1862, wurde Josef Strzygowski im damals österreichischen Bielitz in Westgalizien (heute Polen) geboren. Nach einem Studium der Kunstgeschichte wurde er 1892 Professor in Graz, 1909 in Wien. Bald entwickelte er sich zu einem der ersten Wissenschaftler auf dem damals noch jungen Gebiet der byzantinischen Kunstgeschichte. Es ist sein Verdienst, die Bedeutung Kleinasiens, Ägyptens und des Vorderen Orients für die Entwicklung der christlichen Kunst herausgestellt zu haben. Später verstieg er sich zunehmend in eine Mystifikation des Nordens und in völkische Ideen, die sein Alterswerk belasten.

Josef Strzygowski und Berlin
Für den Aufbau einer hochkarätigen spätantiken und byzantinischen Sammlung an den Berliner Museen griff Wilhelm von Bode, damals Direktor der Skulpturensammlung, auf Josef Strzygowski als Experten zurück. Mit Hilfe des in Graz lehrenden Kunsthistorikers wuchs dieser Sammlungsbereich von weniger als 100 auf etwa 2.000 Objekte an. Auch das Ägyptische Museum und die Islamische Abteilung profitierten von seiner Arbeit. Auf dem Höhepunkt dieser Beziehungen erwarb Strzygowski mit 20000 Mark, die Bode besorgt hatte, in Ägypten über 1400 spätantike, byzantinische und islamische Objekte für die Berliner Sammlungen.

Josef Strzygowski handelte nicht uneigennützig. Er sah in seiner Tätigkeit für Bode die Chance, in den Berliner Museen seine These vom Primat der frühchristlichen Kunst des östlichen Mittelmeerraums über die bis dahin für dominant gehaltene Kunst Roms und Italiens monumental zu stützen. Basld nach 1904 kühlte der Kontakt zwischen Strzygowski und Bode ab.

Die Ausstellung
Der Ausstellungskatalog stellt Strzygowskis wichtige Rolle für die Berliner Museen heraus. Gezeigt werden biografische Dokumente, zeitgenössische Zeugnisse zu seiner Tätigkeit für Berlin und zahlreiche Objekte, die mit seiner Hilfe erworben wurden.

Rezensionen

„Der Ausstellungskatalog stellt Strzygowskis wichtige Rolle für die Berliner Museen heraus. Gezeigt werden biografische Dokumente, zeitgenössische Zeugnisse zu seiner Tätigkeit für Berlin und zahlreiche Objekte, die mit seiner Hilfe erworben wurden.“

In: www.KunstbuchAnzeiger.de, März 2014.
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„Zweifellos stellt dieses für die Erforschung der Wissenschaftsgeschichte wertvolle Bändchen bzw. die diesem zugrundeliegende Ausstellung ein weiteres Indiz dafür dar, daß sich der Umgang der wissenschaftlichen Forschung
mit Strzygowski nunmehr zu normalisieren begonnen hat. Dessen aus heutiger Sicht vielfach abstoßende Idiosynkrasien und Manien werden nicht mehr wie einst beschwiegen oder verharmlost (eine Vorgehensweise, von der gerade auch noch das an den Beginn des Vorworts gestellte Gombrich- Zitat zeugt) , aber mittlerweile auch nicht mehr allein in den Vordergrund gerückt, vielmehr finden nun auch wieder seine stupenden Kenntnisse und nicht zu leugnenden Verdienste Berücksichtigung.“
Von Martina Pesditschek

In: Informationsmittel (lFB) digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft
http://ifb.bsz-bw.de/
http://ifb.bsz-bw.de/bsz372530923rez-1.pdf

Schlagworte

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