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9783895004575

Herausgegeben von Almut Seidel. Mit Beiträgen von David Aldridge (Vorwort), Almut Seidel, Herbert Kappauf, Brigitte Schumann, Susanne Landsiedel-Anders, Frank Grootaers, Brigitte Schumann, Thomas Schröter, Manfred Banschbach, Christof Kolb, Martin Deuter, Birgit Gaertner, Urs Kleinholdermann, Ulrike Haffa-Schmidt und Doris Sondermann

Verschmerzen

Musiktherapie mit krebserkrankten Frauen und Männern im Spannungsfeld von kurativer und palliativer Behandlung

2005
17.0 x 24.0 cm, 208 p., 41 illustrations b/w, 41 s/w-Abb., Diagramme, Grafiken, paperback / softback
24,90 €

ISBN: 9783895004575
Preface
Table of Contents

Short Description

This book documents a music-therapy research project in the psycho-oncological care of both male and female cancer patients at the transition point between curative and palliative care in their illness. This book discusses the far-reaching implications at the institutional, conceptual, methodological and personal levels. In addition to the detailed description of this field of work, there is a focus on two particular aspects of the research results: first, gender-specific reception to the opportunity of having music-therapy and second, the relationship between the spoken word and making music in the therapy sessions, with the potential of each as an integrating or polarising healing factor.

Description

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Dies ist die Dokumentation einer musiktherapeutisch-psychoonkologischen Forschungsarbeit mit Bezug auf jene neuen fachlichen Aufgaben, die der Musiktherapie in den letzten Jahren in den zunehmend wichtiger werdenden Praxisfeldern Onkologie und Palliativmedizin erwachsen sind. Indem Musiktherapie als Bestandteil von Psychoonkologie deklariert wird und sich somit in das medizinische Behandlungsangebot integriert, wird in besonders eindrucksvoller Weise jener Paradigmenwechsel in der Medizin deutlich, der das Verhältnis kranker Mensch – gesunder Mensch heute bestimmt und plakativ bezeichnet werden kann als der Übergang von einer defizitorientierten zu einer ressourcenorientierten Sichtweise des Menschen - mit Blickrichtung „weg vom Kranksein hin zum Gesundwerden“. Gerade angesichts einer Erkrankung, deren Ausgang höchst ungewiss und deren unmittelbare Folgen zu schwerwiegenden Lebensveränderungen führen, ist dieser Paradigmenwechsel eine Herausforderung, der Musiktherapie als Behandlungsangebot in besonderer Weise gerecht zu werden scheint.
Im Kontext musiktherapeutisch-onkologischer Arbeit ist bislang die Frage unberücksichtigt geblieben, ob überhaupt und inwieweit sich weibliche und männliche Krebspatienten in der Herangehensweise und im Umgang mit dem musiktherapeutischen Angebot unterscheiden. Die Tatsache, dass Musik als therapeutisches Agens ganz unmittelbar an die Emotionalität, Expressivität und Dialogfähigkeit des Menschen appelliert und Musiktherapie als Methode eine aktive und kreative Form der Krankheitsbewältigung stimuliert, legt angesichts der Schwere und Endgültigkeit einer Diagnose Krebs die Vermutung nahe, dass es seitens der Patienten einen unterschiedlichen Zugriff auf das Angebot geben muss. Inwieweit dieser vom einem Genderkonzept bestimmt sein könnte bzw. Einfluss auf geschlechtsspezifische Verhaltens- und (Krankheits-)Verarbeitungsweisen nimmt, ist eine wichtige Fragestellung.
Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses stehen daher Substanz und Qualität, Kontextbedingungen und konzeptionelle Bestandteile von Musiktherapie in der Psychoonkologie unter besonderer Berücksichtigung des Genderaspektes. Das Forschungsdesign fokussiert einerseits - unter phänomenologisch-hermeneutischen Aspekten - die entstehenden musikalischen und andererseits - mithilfe der sequentiellen Textanalyse - die begleitenden verbalen Interaktionen im Prozess ausgewählter Therapiesitzungen. Flankierend wird ein quantitatives Verfahren zur Befindlichkeitsmessung hinzugezogen. Es ergeben sich so Fokussierungen auf drei Ebenen:
• Musiktherapie im Spannungsfeld von kurativer und palliativer Arbeit mit weitreichenden institutionellen, konzeptionellen, methodischen und personalen Implikationen.
• Musikmachen und Erlebnisverbalisierung als integrierende oder polarisierende Heilfaktoren im musiktherapeutischen Prozess.
• Aspekte von genderkonzeptbasierter Rezeption eines Musiktherapie-Angebots.
Jede Inhaltsdimension markiert für sich genommen einen in der musiktherapeutischen Forschung noch wenig beachteten fachlichen Zusammenhang und leistet insoweit einen wichtigen Beitrag zur musiktherapeutischen Grundlagenforschung, der weit über das eingegrenzte Interesse von Krebsforschung hinausgeht.

Biographical Note

Manfred Banschbach
Dipl. Musiklehrer (Rhythmik), Musiktherapeut (IMM). Seit 1995 Musiktherapeut am Fachkrankenhaus Neresheim, Fachklinik für Frührehabilitation von Schwerst-Schädel-Hirn-Verletzten, Behandlungsphase B.

Martin Deuter
Dipl. Musikpädagoge, Musiktherapeut BVM, Psychotherapie HPG. Weiterbildung in morphologischer Musiktherapie. Nach Musikstudium und Musiktherapieausbildung langjährige klinische musiktherapeutische Tätigkeit im Bereich Psychosomatik und Psychiatrie. Lehrauftrag im Masterstudiengang Musiktherapie/Fachhochschule Frankfurt.

Birgit Gaertner
Prof. Dr. phil., Diplompsychologin, Psychoanalytikerin. Schwerpunkte: Klinische Psychologie, Entwicklungspsychologie, Psychotherapie. Forschungstätigkeit und Veröffentlichungen im Bereich Schwangerschaftsforschung und Erforschung der Mutter-Kind-Interaktion sowie in der Psychotherapieforschung. Seit 2002 Lehrtätigkeit im Masterstudiengang Musiktherapie/Fachhochschule Frankfurt. Supervisionstätigkeit und Weiterbildung in verschiedensten Feldern der Sozialen Arbeit.

Frank G. Grootaers
Dr. rer. mus. Seit 1981 tätig als Diplom-Musiktherapeut am Krankenhaus für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Bad Honnef. Psychotherapie (HPG), Supervision, Weiterbildung und ambulante Kurzbehandlung am Institut für Musiktherapie und Morphologie, Zweigstelle Linz a. Rh.

Ulrike Haffa-Schmidt
Studium der Musiktherapie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien, danach von 1983-1993 Musiktherapeutin an der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Nürnberg. Seit 1991 Musiktherapeutin an der Klinik für Onkologie, Hämatologie und Knochenmarkstransplantation Nürnberg und seit 1994 auch in freier Praxis tätig.

Herbert W. Kappauf
Dr. med. Studium der Medizin in Erlangen und Rennes/Frankreich. Weiterbildungen sowohl zum Facharzt für Innere Medizin und Internistischen Onkologen als auch zum Facharzt für Psychotherapeutische Medizin. 15 Jahre Tätigkeit als Oberarzt an der Schwerpunktklinik für Medizinische Onkologie, Hämatologie und Knochenmarktransplantationen am Klinikum Nürnberg, danach Niederlassung in eigener Internistischer Schwerpunktpraxis für Onkologie, Hämatologie und Psychoonkologie in Starnberg.

Urs Kleinholdermann

Christof Kolb
Studium der Musiktherapie an der Fachhochschule Heidelberg mit Abschluss Diplom-Musiktherapeut (FH). Weiterbildung in morphologischer Musiktherapie. Seit 1989 Tätigkeit als Musiktherapeut an Rehabilitationskliniken für Psychosomatik und Psychotherapie.

Susanne Landsiedel-Anders
Musiktherapeutin und Lehrmusiktherapeutin BVM. Diplom-Psychologin. Weiterbildung in morphologischer Musiktherapie. Seit 1983 tätig als Musiktherapeutin in verschiedenen Bereichen (Therapiezentrum für verhaltensauffällige Kinder und jugendliche, Erwachsenenpsychiatrie, Alteneinrichtungen sowie freier Praxis). Schwerpunkt: Demenzerkrankungen.

Brigitte Schumann
Sozialpädagogin (grad. FH), Musiktherapeutin BVM, Heilpraktikerin / Psychotherapie. Freie Praxis für Musik- und Körperpsychotherapie in Schöneck-Kilianstädten/Hessen. Musiktherapie im Evangelischen Hospital für Palliativmedizin in Frankfurt und Musiktherapie im Projekt „Lebendige Perspektiven" der Frauenklinik im Klinikum Hanau.

Thomas Schröter
Dipl.-Sozialpädagoge, Heilpraktiker (Psychotherapie), Musiktherapeut BVM, EMR-Zulassung für die Schweiz. GIM (Guided Imagery and Music) bei Stephanie Merritt. „Spiritual Care“ bei Christine Longaker. Leiter der Musiktherapiepraxis im Gesundheitszentrum Sokrates in Göttingen (CH) und des dortigen Forschungsprojektes „Musiktherapie bei chronischen Schmerzen", eigene Praxis in Radolfzell am Bodensee.

Almut Seidel
Prof. Dr. phil., Studium der Schulmusik, Musikwissenschaft, Romanistik, Pädagogik, Psychologie und Soziologie. Diplompädagogin, Musiktherapeutin BVM, Supervisorin DGSv. Vortrags-, Publikations- und Forschungstätigkeit (Musiktherapie mit Kindern, mit suchterkrankten und mit alten Menschen). Seit 1971 tätig an der Fachhochschule Frankfurt, seit 1988 als Leiterin der Weiterbildung bzw. seit 2002 des Masterstudiengangs Musiktherapie. Berufspolitisch aktiv im Berufsverband der Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten in Deutschland e.V. im erweiterten Vorstand.

Doris Sondermann
Musiktherapeutin (BVM). Weiterbildung in morphologischer Musiktherapie. Langjährige klinische Tätigkeit in Psychosomatik und Psychiatrie/ Psychotherapie. Langjährige Mitarbeit im Vorstand und in Ausschüssen des deutschen Berufsverbandes der Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten (BVM).


Keywords

Clinical psychology (117) || Creative therapy (eg art, music, drama) (115) || Gender (3) || Krebs || Medical specialties, branches of medicine (118) || Musiktherapie (106) || Occupational therapy (115) || Psychology (20) || Psychoonkologie (2) || Psychotherapy (129) || Psychotherapy: general (94) || Sprache in der Musiktherapie || palliative Behandlung (2)