(0)
9783954906246

Junge, Christian

Die Entblößung der Wörter

aš-Šidyāqs literarische Listen als Kultur- und Gesellschaftskritik im 19. Jahrhundert

2019
E-Book

ISBN: 9783954906246
https://doi.org/10.29091/9783954906246

Kurze Beschreibung

Aḥmad Fāris aš-Šidyāq (ca. 1804-1887) gilt als einer der bedeutendsten arabischen Intellektuellen des 19. Jahrhunderts, dessen Hauptwerk as-Sāq ʿalā as-sāq fī mā huwa al-Fāriyāq (Bein über Bein. Was es heißt, al-Fāriyāq zu sein) 1855 in Paris veröffentlicht wurde. Diese literatur- und kulturwissenschaftlichen Studie untersucht aš-Šidyāqs literarische Lexikographie. Sie entwickelt dazu eigenes Instrumentarium zur Analyse von lexikographisch-literarischen Wortlisten, um erstmals die epistemisch-ästhetische „Entblößung der Wörter“ bei aš-Šidyāq und in der arabischen Literatur sichtbar und verständlich zu machen. Im Kontext einer „Rückkehr zur Philologie“ (Edward Said) entdeckt diese Studie aš-Šidyāqs Sprachbetrachtungen als eine radikale Kultur- und Gesellschaftskritik, die ein gänzlich neues Licht auf die Nahḍa, die arabische Erneuerungsbewegung zu Beginn der Moderne, wirft.

Reihentext


Diese Reihe stellt innovative Arbeiten zu den nahöstlichen Literaturen in ihren verschiedenen Epochen und Gattungen vor. Sie versteht sich nicht ausschließlich als ein Forum für Orientwissenschaftler, sondern möchte auch Komparatisten, Literaturwissenschaftlern und einer interessierten Öffentlichkeit Einblicke in das breite Spektrum gegenwärtig produzierter und rezipierter Literatur des Nahen Ostens bieten. Denn die Herausgeberinnen, Autorinnen und Autoren wollen den Titel der Reihe programmatisch verstanden wissen. Sie gehen von einem Begriff der Weltliteratur aus, der die orientalischen Literaturen nicht nur statisch einbegreift, sondern sie in ein Kulturregionen und Nationalsprachen übergreifendes Spannungsfeld stellt, dessen Dynamik erst im interdisziplinären Austausch erfasst werden kann. Sie gehen ferner davon aus, dass Literaturen in vielfacher Weise intertextuell geprägt sind, dass sie Lektüren verschiedenster vorausgehender Texte darstellen und daher erst in ihrem „lokalen historischen Kontext“ ihren Reiz als Ausdruck einer regional geprägten Ästhetik entfalten können. Die Reihe versucht so, einer neuen Sensibilität für mythische, archetypische, aber auch historische Subtexte in der nahöstlichen Literatur Bahn zu brechen, sie aber gleichzeitig als wichtigen Ausdruck einer globalen kulturellen Mobilität sichtbar zu machen.

Katalog als PDF