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9783752007343

Herausgeber: Clemens, Lukas; Kessler, Marzena

Stadtrekonstruktionen von Trier im Mittelalter

2023
17,0 x 24,0 cm, 64 S., 22 farb. Abb., 7 s/w Abb., 3 Beilagen, Gebunden
15,90 €

ISBN: 9783752007343
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

The volume presents the appearance of the cathedral city on the Moselle in the two periods around 1120 and 1430 in overall reconstructions. While the high medieval Trier is still particularly characterised by the former large buildings and further ruins of its ancient past, in addition to its loose settlement structure dominated by residential towers of urban families and agrarian structures, the late medieval impression bears witness to the densification of settlements that had occurred in the meantime, interspersed with numerous more recent ecclesiastical institutions. The extremely detailed illustrations illustrating continuities and change, especially against the background of more extensive explanations, invite the reader to make new discoveries again and again, even after multiple viewings.

Ausführliche Beschreibung

Der Band versammelt drei von Lukas Clemens und Marzena Kessler konzipierte sowie kommentierte und durch den Luxemburger Künstler Nic Herber umgesetzte Rekonstruktionen zum mittelalterlichen Trier. Eine Darstellung zeigt den hochmittelalterlichen Turm Jerusalem in der Domimmunität, dessen ehemaliges Erscheinungsbild auf der Grundlage umfangreicher archäologischer und bauhistorischer Untersuchungen sowie mit Hilfe frühneuzeitlicher Bildquellen zuverlässig dargestellt werden kann. Erklärt wird der Name des Turmes, der mit der Judenverfolgung des Jahres 1096 in Zusammenhang steht, genauso wie seine weitere Geschichte, zu der auch gehört, dass Papst Eugen III., als er im Winter 1147/48 in Trier weilte, Wohnung in dem Gebäude nahm. Die beiden größeren Darstellungen sind die Umsetzungen von Gesamtansichten Triers um 1120 sowie um 1430. Auch diesen in der Vogelperspektive ausgeführten Rekonstruktionen liegen intensive archäologische, bauhistorische und archivalische Recherchen zugrunde. Abgebildet wird in zwei Zeitschnitten die prozesshafte Transformation einer von der antiken Vergangenheit noch lange geprägten Topographie über die erzbischöfliche Kathedralstadt hin zu dem durch die Stadtgemeinde verwalteten urbanen Zentrum. Die erste Ansicht zeigt dabei eine hochmittelalterliche Stadt, die nicht nur von den Ruinen römischer Großbauten, sondern auch den Resten antiker Wohn- und Gewerbebebauung weiterhin geprägt war. Zudem ist sie als weitgehend agrarische Siedlung mit lockerer Bebauung zu charakterisieren, da viele städtische Areale mit Rebpflanzungen und Gartenkulturen bewirtschaftet sowie als Streuobstwiesen oder Feldern genutzt wurden. Um 1120 war Trier eine offene Stadt, denn die ruinöse antike Stadtbefestigung erfüllte ihre ursprüngliche Funktion nicht mehr und die neue hochmittelalterliche Ummauerung war gerade erst im Entstehen begriffen. Gut dreihundert Jahre später hat sich das städtische Erscheinungsbild grundsätzlich verändert. Durch eine weitreichende mittlerweile eingetretene Versteinerung der Bauweise sind die antiken Überreste als Steinbruch genutzt und verschwunden. Ferner ist eine deutliche Siedlungsverdichtung, auch durch die Etablierung zahlreicher neuer geistlicher Institutionen eingetreten, wodurch es zu mehr als einer Verdoppelung der Bevölkerung auf rund 10.000 Einwohner gekommen ist. Mit Hilfe zweier spätmittelalterlicher Vermögenssteuerlisten war es möglich, die exakten Häuserzahlen für die meisten Gassen des Siedlungsgefüges sowie die dort einmal vorhandenen Sozial- und Gewerbestrukturen zu ermitteln und für die Rekonstruktion auszuwerten.

Autoreninfo

Prof. Dr. Lukas Clemens (geb. 1961)
wurde 1991 in Trier mit der Dissertation „Trier – Eine Weinstadt im Mittelalter“ promoviert (erschienen 1993). Von 1993 bis 2004 war er Kustos für Stadtarchäologie und Mittelalterarchäologie am Rheinischen Landesmuseum Trier. Nach seiner Habilitation 2000 in Mainz mit der Arbeit „Tempore Romanorum constructa. Zur Nutzung und Wahrnehmung antiker Überreste nördlich der Alpen während es Mittelalters“ (erschienen 2003) wurde er 2004 auf den Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Trier berufen. Unter seinen zahlreichen Publikationen ist zudem das gemeinsam mit Gabriele Clemens verfasste Buch „Geschichte der Stadt Trier“ (2007) hervorzuheben.

Dr. Marzena Kessler (geb. 1974)
beendete ihr Geschichtsstudium in Krakau (Polen) mit dem Magisterabschluss. Nach einem Aufbaustudium Baudenkmalpflege an der Fachhochschule Trier schloss sie 2011 einen Promotionsstudiengang an der Universität Trier mit der Dissertation „Das städtische Bauwesen in Trier am Ende des Mittelalters (1370-1520)“ (erschienen 2015) ab. Marzena Kessler arbeitet als freiberufliche Bauhistorikerin im Bereich der Denkmalpflege.

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Schlagworte

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