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100. Jahrestag des Völkermords

Eine Zeitzeugin berichtet / Reichert Verlag veröffentlicht Neuauflage


24.04.2015.

Die Verhaftung und spätere Ermordung armenischen Intellektuellen am Abend des 24. April 1915 in Konstantinopel war nur der Auftakt. Mit den Übergriffen begannen vor 100 Jahren Vertreibung und Massaker an der armenischen katholischen Minderheit im Osmanischen Reich. 1 bis 1,5 Millionen Menschen wurden ermordet oder starben auf den Todesmärschen.
Auch Pailadzo Captanian, eine junge Armenierin aus der Schwarzmeerstadt Samsun, wurde im Frühjahr 2015 deportiert. Getrennt von ihren Kindern und ihrem Mann überlebte sie wie durch ein Wunder die Hölle des Todesmarschs und beschrieb das Grauen: "Die wahnsinnige Rohheit, die sich über uns entlud, ist nicht in Worte zu fassen, so sehr übersteigt sie alle Vorstellungskraft und alle menschlichen Ausdrucksmöglichkeiten. Allein die Opfer können in ihrer Erinnerung das nachvollziehen, was auf immer unbeschreibbar bleiben wird."
Pailadzo Captanians Buch wurde erstmals 1919 veröffentlicht. Es ist eines der frühesten und unmittelbarsten armenischen Selbstzeugnissen des Völkermords. Die deutsche Erstausgabe der Erinnerungen erschien 1993 im Kiepenheuer Verlag Leipzig. Pünktlich zum 100. Jahrestag ist die Neuauflage im Reichert Verlag in Wiesbaden erschienen. "Wir wollten den aufwühlenden und anrührenden Text der jungen Armenierin allen Interessierten zugänglich machen", erklärt Verlagsleiterin Ursula Reichert. Neben dem Bericht enthält das Buch eine kurze Einführung in die Ereignisse - und die Rolle der Deutschen, die es sich im ersten Weltkrieg mit dem Partner Osmanisches Reich nicht verderben wollten.
In dem Wissenschaftsverlag aus Wiesbaden sind bereits mehrere Bücher zur armenischen Sprache, Geschichte und Kunstgeschichte erschienen. Im Mai wird ein weiteres Buch über Armenien veröffentlicht: mittelalterliche Bucheinband-Bestände der bedeutendsten armenischen Bibliothek Matenadaran in Jerevan (Kostbare Einbandbeschläge an armenischen Handschriften, Hg. Jaschke/Stähle).
Pailadzo Captanian: 1915. Der Völkermord an den Armeniern. Eine Zeitzeugin berichtet. Hg. Meliné Pehlivanian, Reichert Verlag Wiesbaden, 2015, EUR 16,90, ISBN 978-3-95490-090-9



Überblick über künstlerisches Werk / Zeit- und kunstgeschichtliche Quelle

22.04.2015

"Wenn ich nicht male, bin ich krank. Malerei umfasst mein ganzes Leben."

Ein Leben ohne Malerei war für Christa Moering undenkbar. Die Malerin hat das Kunstleben in Wiesbaden entscheidend geprägt. Doch Christa Moering war auch eine begeisterte Tagebuchschreiberin.

Das neue Buch "Christa Moering. Werkkatalog 1929-2012 und Tagebücher 1944-1956" vereint beides.


Die Tagebücher von 1944 bis 1956 sind zeit- und kunstgeschichtlich eine wichtige Quelle für die letzten Kriegsmonate und die ersten Nachkriegsjahre: Alltägliche Erlebnisse, zeitgeschichtliche Beobachtungen und künstlerische Reflexionen - zum Beispiel über das Verhältnis von gegenständlicher und abstrakter Kunst - sind ineinander verwoben.
Der Werkkatalog präsentiert mit 930 Werken erstmals das gesamte künstlerische Oeuvre Christa Moerings möglichst vollständig. Die meisten Bilder wurden eigens für die Publikation neu fotografiert; sie sind im Katalogteil - der Technik entsprechend - in Gruppen (Öl, Pastell, Aquarell, Zeichnung, Entwürfe) angeordnet. Im Tafelteil wird eine Auswahl der Bilder in fünf Themenbereichen technikübergreifend gezeigt: Landschaften, Häuser und Gärten, Stillleben und Blumen, Menschen und Skulpturen, Porträts.
Mit zahlreichen Verzeichnissen und Informationen zum Kunstleben in Wiesbaden ist das Buch eine umfassende, kunstgeschichtlich interessante Dokumentation über die künstlerischen Möglichkeiten und die Situation in der Nachkriegszeit.
Das Buch kann bis zum 30.06.2015 zum Preis von 69,- Euro bestellt werden. Ab 01.07.2015 ist es für 98,- Euro erhältlich.
Eine Ausstellung von Werken und Tagebüchern Christa Moerings ist in den Räumen der Kunstarche Wiesbaden e.V. (Stadtarchiv, Im Rad 42, Wiesbaden) noch bis Sonntag, 7. Juni, zu sehen. Am Samstag, 6. Juni 2015, liest Iris Atzwanger um 18.30 Uhr aus Christa Moerings Tagebüchern. Ab 18 Uhr findet eine Führung durch die Ausstellung statt.
Christa Moering hat schon als Kind geschrieben und gemalt: Das Kinderbuch, das sie mit 13 Jahren (!) geschrieben hat, ist unter dem Titel "Erinnerungen aus Beesenstedt" ebenfalls im Reichert Verlag erschienen.
Werkkatalog und Tagebuch Christa Moering ist Band 2 der Reihe Kunstgeschichte Wiesbaden. Zum Thema Kunstgeschichte Wiesbaden ist ein Band bereits erschienen: Der Skulpturengarten Wolf Spemann in Wiesbaden.

Ein Buch zum Wiesbadener Maler Otto Ritschl ist in Vorbereitung.

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