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9783954902569

Kwaskhwadse, Awtandil

Übersetzer: Fähnrich, Heinz

Das Spiel des Todesengels

Georgien unter Stalin. Ein dokumentarischer Roman

2017
14,8 x 21,0 cm, 568 S., Broschur
19,90 €

ISBN: 9783954902569
Vorwort
Probekapitel

Kurze Beschreibung

„Das Spiel des Todesengels“ verkörpert eine Art dokumentarischen Roman, der einen großen Teil der Geschichte des Stalinismus in Georgien und der Sowjetunion behandelt und viele dem deutschen Leser bisher wenig bekannte Tatsachen beinhaltet. Der georgische Verfasser kennt diese Zeit aus eigenem Erleben, ist ein Opfer der damaligen Verhältnisse und nur durch einen glücklichen Umstand der Todesmaschinerie entkommen.
Dem Roman geht ein Vorwort des georgischen Schriftstellers R. Tschchartischwili voraus, das einen guten Einblick in die Hintergründe gibt, die zur Entstehung des Werks führten, und in die Verhältnisse, in denen der Autor lebte und arbeitete.
Die Handlung des Romans beginnt mit dem Ende der Demokratischen Republik Georgien, die von 1918 bis 1921 bestand und in dieser kurzen Zeit bedeutende Erfolge erzielen konnte: die Durchführung der ersten allgemeinen und demokratischen Wahlen zu Legislative, Exekutive und Justiz des Landes, die Neuorganisierung der Staatsverwaltung, des Militär- und Bildungswesens, die Schaffung eines umfassenden Systems von Grundschulen, die Gründung einer Universität in Tbilisi und mehrerer Hochschulen, die Reformierung des Arbeitsrechts, die Einführung von Arbeitstarifen und Mindestlöhnen, einer Arbeitsgesetzgebung, die Garantierung der Gewerkschaftsfreiheit und die Durchführung einer Agrarreform. Dieser Entwicklung wurde durch die Invasion der Streitkräfte Sowjetrußlands abrupt ein Ende gesetzt. Es folgten die Okkupation Georgiens durch russische Truppen, die Emigration der georgischen Regierung und die Ausrufung der Sowjetmacht in Georgien. Die nun folgenden Jahre sind gekennzeichnet durch die gewaltsame Einführung der Sowjetordnung und die Brechung des Volkswiderstands durch unvorstellbaren Terror, Verhaftungen und Massenexekutionen. Der „Held“ des Romans wird schon in seiner Jugend voll in den Strudel der politischen Ereignisse gerissen. Obgleich er versucht, seinen Weg ins Leben unabhängig von den politischen Machenschaften der damaligen Zeit zu finden, wird er tief in das damalige Unrechtswesen verstrickt, und alle Versuche, sich dem zu entziehen, scheitern. So wird er mitschuldig an der politischen Entmündigung des Volkes, und sein Schicksal scheint vorgezeichnet. Hintergrund seines Lebens und seiner Bemühungen sind die beispiellosen Terrorakte der Tscheka, Berias raffinierte Intrigen, um Stalins Gunst zu gewinnen, und das Mißlingen seines Strebens, sich aus dem verbrecherischen Herrschaftsapparat zu lösen. Je höher der Held des Romans auf der Karriereleiter klettert, desto präziser und umfassender werden seine Einsichten und desto gewichtiger seine Beteiligung an den Machenschaften der Regierenden. Und als sich mit Stalins Tod und Berias Entmachtung ein Weg zu öffnen scheint, der ihn in die Menschlichkeit entläßt, verhindert das System, daß er seine Kenntnisse nach außen tragen kann.
Der Verfasser des Romans schildert nicht nur das Grauen, das die damalige Gesellschaft erfaßt hatte, sondern sucht auch verständlich zu machen, wie Zwang und Furcht die Menschen immer wieder veranlassen, sich zu fügen. Es ist wie eine Mahnung an das Gewissen des Einzelnen.

Autoreninfo

4. Verfasser: Awtandil Kwaskhwadse
Geb. 1904 in dem Dorf Dshundshuati, Kreis Lantschchuti (Provinz Gurien, Georgien)
1924-1928 Studium an der Philolog. Fakultät der Univ. Tbilisi
Gleichzeitig seit 1924 Tätigkeit als Lehrer an der Mittelschule von Tschochatauri
1929-1934 Lehrer an der Mittelschule Lantschchuti
1934 Lehrer an der 25. Mittelschule Tbilisi
1937-1941 Lehrer an der 8. Mittelschule Tbilisi
1941-1943 Lehrer an der 20. Mittelschule Tbilisi
Seit 1943 Lehrer für georgische Sprache und Literatur an der 1. Frauenmittelschule Tbilisi
Seit 1946 nebenamtlich wiss. Mitarbeiter am Lehrerweiterbildungs-Institut Tbilisi
1951-1961 Lehrer an der 51. Mittelschule Tbilisi
1960 bis zu seinem Tod Arbeit am Lehrerweiterbildungs-Institut Tbilisi
Gestorben 1987
Mehrere unveröffentlichte Romane
A. K. ist Verfasser mehrerer Schriften pädagogischer und methodischer Natur

Schlagworte

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