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9783895004827

Herausgeber: Klein, Hans-Günter

»O glückliche, reiche, einzige Tage«

Fanny und Wilhelm Hensels italienische Reise. Mit dem Faksimile der Bildseiten aus dem „Reise-Album 1839 bis 1840«

2006
30,0 x 23,5 cm, 70 S., 11 s/w Abb., 20 farb. Abb., Gebunden
59,00 €

ISBN: 9783895004827
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Zur Erinnerung an ihre gemeinsame Italien-Reise 1839/40 schufen die Komponistin Fanny Hensel und ihr Ehemann, der preußische Hofmaler Wilhelm Hensel, ein Album, in dem Fanny zunächst auf verschiedenfarbigen Papieren 18 eigene Kompositionen notierte, die ihr Mann jeweils mit einer Vignette schmückte. Musikstücke und Zeichnungen beziehen sich auf einzelne Reisestationen und geben so deren Verlauf wieder. Durch die Kombination von Bild und Musik entstand ein einzigartiges künstlerisches Dokument, das innerhalb der Erinnerungsbücher zu Italien-Reisen im 19. Jahrhundert beispiellos ist.
Entsprechend den faksimilierten Seiten wird hier mit Auszügen aus Tagebüchern und Briefen der Reiseverlauf dargestellt und die Reisebedingungen im 19. Jahrhundert beschrieben. Der Band wird durch die italienischen Kompositionen Fanny Hensels und Reproduktionen aus einem venezianischen Skizzenbuch Wilhelm Hensels ergänzt.

Ausführliche Beschreibung

Als eine Art Erinnerungsbuch ihrer gemeinsamen Italien-Reise 1839/40 legten sich die Komponistin Fanny Hensel und ihr Ehemann, der preußische Hofmaler Wilhelm Hensel, ein Album an, in dem Fanny zunächst auf verschiedenfarbigen Papieren 18 eigene Kompositionen notierte und ihr Mann dann jeweils die erste Seite mit einer Vignette schmückte. Musikstücke und Zeichnungen beziehen sich auf einzelne Reisestationen und spiegeln in ihrer chronologischen Folge den Reiseverlauf. So entstand in dem Album, das nur für den privaten Gebrauch bestimmt war, in seiner Kombination von Bild und Musik ein einzigartiges künstlerisches Dokument, das innerhalb der Erinnerungsbücher zu Italien-Reisen im 19. Jahrhundert beispiellos ist.
Entsprechend den faksimilierten Seiten wird hier mit Auszügen aus Tagebüchern und Briefen der Reiseverlauf dargestellt und die Reisebedingungen der Bildungsreisenden im 19. Jahrhundert beschrieben. Der Band wird durch die italienischen Kompositionen Fanny Hensels und Reproduktionen aus einem venezianischen Skizzenbuch Wilhelm Hensels ergänzt.

Rezensionen

„Der „Fanny-Boom“, seit Jahren zu konstatieren, geht unvermindert weiter. Der schmale Umfang von Fanny Hensels überliefertem Werk steht dabei in seltsamem Kontrast und der Fülle der Zuwendung. Dass dafür nicht in erstere Linie die - großenteils kaum bezweifelbare - Qualität der Musik, sondern eher das Bedürfnis heutiger Musikerinnen, Musikpublizistinnen und Musikliebhaberinnen nach Identifikation mit den vermeintlichen oder tatsächlichen Selbstbefreiungsbemühungen der Protagonistin verantwortlich sei, darf vermutet werden. Die „story der unterdrückten Komponistin“ geistert weiterhin durch die Diskussion. Um so wichtiger erscheint es, wenn in der neueren literarischen Produktion ein Trend zur Präsentation der in seltener Füller überlieferten, jedoch nicht immer leicht zugänglichen Quellen und zur ernsthaften Auseinandersetzung mit ihnen zu konstatieren ist. Zu denjenigen, die sich große Verdienste erworben haben, gehört an vorderer Stelle Hans-Günter Klein, der systematisch Bestände des an der Berliner Staatsbibliothek angesiedelten Mendelssohn-Archivs in Brief- und Tagebuchpublikationen sowie in bemerkenswerten Ausstellungen präsentiert hat. Nunmehr legt er eine Dokumentation von Fanny Hensels „Sonntagsmusiken“ vor, der sich - unterstützt durch ausgewählte Illustrationen sowie kompetente Kommentierung - chronologisch die erhaltenen Programme, die organisatorischen Vorbereitungen und die Publikumsreaktionen sowie die nachweisbaren Mitwirkenden entnehmen lassen. Ein sozial- und kulturgeschichtliches Dokument ersten Ranges stellt auch das Reisetagebuch des Ehepaars Hensel nach Italien dar, das nach der Rückkehr auf der Grundlage von Erinnerungen und Tagebucheinträgen von Fanny Hensel mit musikalischen Stimmungsbildern für ein- bis vierstimmigen Gesang und für Soloklavier sowie von ihrem Gatten mit Zeichnungen von markanten Motiven konzipiert wurde.“

In: Österreichische Musikzeitschrift. 11/12 (2008). S. 90-91.

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„Zur italienischen Reise des Ehepaares Hensel in den Jahren 1839/40 liegt inzwischen ein weiterer, sehr schön ausgestatteter Band vor, der das Reise-Album mit Kompositionen Fannys von dieser Reise mit begleitenden Texten verbindet. Es handelt sich nicht um ein vollständiges Faksimile des Manuskripts, sondern nur der Bildseiten mit Vignetten von Wilhelm Hensel zu den Liedern und Klavierstücken. Die Texte resümieren die Erlebnisse der Hensels in den von ihnen besuchten Städten (Venedig, Rom, Neapel) und verbinden damit Auszüge aus Tagebüchern und Briefen, so daß ein gut zu lesendes ,Bilderbuch` entsteht. Kurze Anmerkungen zu den Kompositionen in einem Abschlußkapitel geben allerdings auch deren genauere Entstehungsdaten und die Texte zu den einzelnen Liedern. Ober die Präsentation des Erinnerungsalbums – mit dem die Hensels in der Rückschau ihre Erlebnisse in Italien konservieren wollten – hinaus macht der Band jedoch das Phänomen der Bildungsreise nach Italien im wahrsten Sinne des Wortes anschaulich, wie sie von vielen Malern und Bildhauern des 19. Jahrhunderts unternommen wurde, um Anregungen aus der Antike und der Kunst der alten Meister zu empfangen. Diese Ausgabe belegt damit auch die künstlerische – malerische wie musikalische – Italienrezeption in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (und könnte durchaus auch eine Geschenkidee für den Musik- und Italienliebhaber sein).“

In: Forum Musikbibliothek. 28 (2007) 2. S. 184.

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„Un'opera, insomma, di pregio assoluto, tanto più significativa se pensiamo che questo viaggio fu senz'altro determinante per Fanny non solo da un punto di vista esistenziale, ma anche artistico, come dimostrano le stesse creazioni 'italiane', oltre che il più noto ciclo pianistico „Das Jahr“, pure composto come rievocazione musicale dell'intero periodo trascorso nel nostro paese.

In: Nuova rivista musicale italiana. 2/2006. S. 257-258.

Schlagworte

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