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9783895006654

Herausgegeben von Dieter Mertens mit Beiträgen von Franz Alto Bauer, Werner Eck, Arnold Esch, Emanuele Greco, Pierre Gros, Henner von Hesberg, Adolf Hoffmann, Ray Laurence, Ricardo Mar, Thomas Schattner und Marianne Tabeczek

Stadtverkehr in der antiken Welt

Internationales Kolloquium zur 175-Jahrfeier des Deutschen Archäologischen Instituts Rom vom 21. bis 23. April 2004

2008
22,0 x 29,0 cm, 244 S., 175 s/w Abb., Broschur
39,00 €

ISBN: 9783895006654

Kurze Beschreibung

In diesem Band wird ein heute so aktuelles, für die Antike aber bisher wenig behandeltes Thema in sehr verschiedenen Beiträgen angegangen, in denen über Art und Grad der Bewusstheit des antiken Menschen vom Einfluss des komplexen Phänomens »Verkehr« auf sein Leben und seinen Umgang damit reflektiert wird. Dabei geht es von der Bewältigung der Ortsveränderungen von Mensch und Gut in den städtischen Gegebenheiten über die dadurch entstehenden zwischenmenschlichen Berührungen, die städtebaulichen Planungen und Gesetzesregelungen bis hin zur politisch-bedeutungshaften Wirkung der Bewegung großer Massen in städtischen Räumen und deren entsprechende Gestaltung.

Ausführliche Beschreibung

Der Verkehr prägt die moderne Stadt heute mehr als je zuvor und beeinflusst das Leben der Menschen vielerorts entscheidend. So liegt es für Archäologen und Historiker nahe, nach analogen Problemen in der antiken Welt zu fragen. Dabei stellt man überrascht fest, dass man viel zum Verkehr und den Straßenverbindungen über große Landstrecken weiß. Das komplexe Phänomen der Bewegung von Menschen, Tieren und Gütern in der antiken Stadt ist bisher aber kaum behandelt worden.
Der vorliegende Band beschäftigt sich daher mit der Thematik des Stadtverkehrs auf verschiedenen Ebenen und versucht dabei stets im Rahmen der Phänomene der Bewegung im städtischen Raum zu bleiben. Auch wenn die archäologischen Befunde im Vordergrund stehen, bleiben die historischen Fragen stets präsent. Fragen wie solche nach Bestimmungen und Regelungen des Verkehrs in der antiken Stadt können nur von Historikern angegangen werden. Und wo die Veränderungen sich im Lebensumfeld so tief auswirken wie das am Übergang zum Mittelalter der Fall ist, fordern sie eine Beschreibung, die nur in engster Verknüpfung der historischen Überlieferung mit archäologischen Befunden zu leisten ist. Im Übrigen wird den Problemen in einigen durch die Komplexität ihrer Phänomene geeigneten großen Beispielsfeldern und in einem die ganze klassische Antike umfassenden Zeitrahmen nachgegangen. Dafür bieten sich die Kapitalen der Klassischen Welt ebenso an wie etwa die durch den Reichtum ihrer Befunde so anschaulichen Vesuvstädte, die Planstädte der Griechen wie die Kolonien der Römer und die diesen vorausgehenden indigenen Siedlungen.
Im Mittelpunkt stehen bei den meisten Beiträgen Überlegungen zu Art und Grad der Bewusstheit des antiken Menschen vom Einfluss des komplexen Phänomens „Verkehr“ auf sein Leben, jeweils unter verschiedenen Gesichtspunkten: von dem der praktikablen Bewältigung von Ortsveränderungen von Mensch und Gut in den städtischen Gegebenheiten, über die dadurch entstehenden mitmenschlichen Berührungen, über die städtebaulichen Planungen und gesetzgeberischen Regelungen zur Bewältigung der Verkehrsbewegungen im engen und dichten Stadtgefüge, bis hin zur politisch-bedeutungshaften Wirkung der Bewegung großer Massen in städtischen Räumen und deren entsprechender Gestaltung. Ein besonders Licht fällt zudem auf die hohe, aber sich stets wandelnde Bedeutung des Straßenraumes sowohl in seiner architektonischen Ausbildung und Wirkung als auch als Bühne zwischenmenschlichen Agierens.


Rezensionen

„Auch wenn eine individuelle Würdigung aller Beiträge hier nicht geleistet werden kann, so sei grundsätzlich festgestellt, dass der Tagungsband inhaltlich breit aufgestellt ist (...). In der Summe bekommt man anschaulich vor Augen geführt, mit wie viel Spitzfindigkeit die Autoren eben jenem von Schattner und Hesberg beklagten Mangel an einschlägigen und aussagekräftigen Quellen durch ganz unterschiedliche Ansätze in der Vorgehensweise begegnen. Den zahlreichen Facetten des Themas versucht der Sammelband durch chronologische wie geographische Spannweite der Beiträge nachzukommen. So erfassen die Untersuchungen den Zeitraum von der ausgehenden Republik bis in die frühmittelalterlich-byzantinische Periode und das Gebiet von Iberien bis an die östlichen Grenzen des Imperium Romanum. Zahlreiche Pläne und Abbildungen bereichern den Band.“

Michael Rathmann

In: Bonner Jahrbücher. 210/211 (2010/2011). S. 616-617.

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„Einigend bei diesem breiten Themenspektrum einzelner Spezialstudien wirkt dabei maßgeblich die Fragestellung. Dabei gehen die meisten Untersuchungen den Fragen nach, wie die Bürger und Bewohner antiker Städte die städtische Verkehrssituation reflektierten, ob beziehungsweise wie und mit welcher Motivation sie darauf einwirkten sowie durch welche Vorgaben sie bei dieser Gestaltung respektive Umgestaltung beschränkt wurden. Dank gebührt dem Herausgeber sowie den Beitragenden maßgeblich dafür, das spannende und auch heute höchst aktuelle Thema des innerstädtischen Verkehrs im Bereich der Altertumsforschung angestoßen zu haben und es bleibt zu hoffen, dass hierzu weitere Untersuchungen folgen werden.“

CF

In: Orbis Terrarum. Band 10 (2008-2011). S. 204-205.

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“In spite of the relevance of traffic today, the phenomenon in antiquity has hardly received the attention it deserves. In a single-volume coIlection of papers the range of aspects of “traffic in antiquity” can, understandably, only be touched upon; that considered, this volume has definitely succeeded in setting out fruitful lines for further research. As a consequence it will be possible to point out similarities as weIl as differences between the ancient and the modern world regarding attitudes and approached to “traffic” as a field of study. In this respect the reviewed volume, despite some inevitable unevenness due to the diversity of particular surveys, constitutes an important contribution to research on traffic routes.”

Klaus Tausend

In: Journal of Hellenic Studies. 130 (2010). pp. 240-241.

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„Alle Beiträge des Bandes würdigen über die rein verkehrstechnischen Fragen hinaus die besondere Bedeutung der Straßen für die jeweiligen Kulturen mit ihren unterschiedlichen Sozialstrukturen. Sie zeigen so jedem Leser auf, warum das Thema „Straßenforschung“ so faszinierend ist.“

Margot Klee

In: Antike Welt. 3/2010. S. 88.

Reihentext


Mit den „PALILIA“ gibt das Deutsche Archäologische Institut in Rom eine neue Schriftenreihe heraus, in der monographische Arbeiten zur archäologischen Forschung in Italien und von Italien ausgehend veröffentlicht werden. Dabei sollen insbesondere neue Fragestellungen und innovative Forschungsmethoden, aber auch vernachlässigte Themenbereiche in der klassischen Archäologie zu Wort kommen. Neben den zentralen archäologischen Forschungsgebieten wie griechisch-römische Plastik, Ikonographie, Architektur, Stadtforschung und topographische Untersuchungen werden auch Themen der Sozial-, Wirtschafts- und Religionsgeschichte sowie Materialien der Alltagskultur einbezogen.

Schlagworte

Anthropologie (73) || Antike (86) || Archäologie (420) || Geschichte (751) || Landschaftsarchäologie (98) || Raumplanung (10) || Sozial- und Kulturanthropologie, Ethnographie (72) || Soziologie und Anthropologie (103) || Stadt (14) || Verkehr (7) || Verkehrsplanung und -politik  (2) || Verkehrstechnik und Transportwesen (2)