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9783954904587

Jouravel, Anna

Die Kniga palomnik des Antonij von Novgorod

Edition, Übersetzung, Kommentar

2019
17,0 x 24,0 cm, 416 S., 3 s/w Abb., Leinen
98,00 €

ISBN: 9783954904587
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Das Buch enthält die erstmalige Untersuchung der Überliferungsgeschichte der Kniga palomnik des Antonij von Novgorod. Die kommentierte Neuausgabe bietet in philologischer Hinsicht eine neue Textgrundlage für die Erforschung der Charakteristika, der Überlieferung und der Rezeption der Pilgerliteratur auf russischem Boden und macht in historischer und sakraltopographischer Hinsicht eine Quelle zugänglich, die für die Rekonstruktion der heiligen Stätten der einstigen byzantinischen Hauptstadt von entscheidender Bedeutung ist.

Ausführliche Beschreibung

Bei der Kniga Palomnik, einem um 1200 verfassten Reisebericht eines russischen Pilgers, des späteren Erzbischofs Antonij von Novgorod, handelt es sich um die ausführlichste erhaltene Beschreibung der Heiligtümer Konstantinopels vor seiner Plünderung im Jahr 1204. So wertvoll diese Stadtbeschreibung vor allem im Hinblick auf die Rekonstruktion der sakralen Topographie der Stadt ist, so problematisch ist ihre Lektüre. Der in Sammelbänden des 16.-18. Jhs. überlieferte altrussische Text gilt seit seiner russischen Erstausgabe von 1899 als verworren und stellenweise unverständlich.
Die hier vorgelegte Arbeit bietet eine kommentierte Neuausgabe und -übersetzung des Textes. Sie berücksichtigt alle Abschriften, die in den 120 Jahren seit seiner Erstedition bekanntgeworden sind, und ermöglicht somit ein besseres Verständnis des Textes und seiner Überlieferungsgeschichte. Auf dieser Grundlage stellt sie sich seiner bisherigen Interpretation und Beurteilung entgegen: So bietet die Untersuchung neue Erkenntnisse im Hinblick auf die Anzahl der Redaktionen des Textes, seinen Verbreitungsgrad und den Zeitpunkt und Ort seiner Niederschrift. Durch genaue Lektüre und die innere Rekonstruktion konnte zudem der vermeintlich konfuse modus operandi des Autors widerlegt werden, was den Bericht des Antonij von Novgorod als eine zuverlässige historische Quelle ausweist.
Durch ihre formale Anlage stellt die Edition auf einen breiteren Rezipientenkreis ab, als dies bei historisch-kritischen Editionen aus philologischen Kreisen üblich ist. Dem unverändert abgedruckten (und durch einen kritischen Apparat begleiteten) handschriftlichen Text wird seine Übersetzung gegenübergestellt, die jedoch gleichzeitig eine Rekonstruktion und Neuinterpretation des Textes bietet. Die Grundlage hierfür bildet der Kommentar, der der Edition vorangestellt ist und in dem die Rekonstruktionsvorschläge ausführlich erläutert werden. Die Transparenz von tatsächlicher Überlieferung und hypothetischer Rekonstruktion wird dabei durch verschiedene typographische Hervorhebungen sichergestellt. So ist es möglich, in der Übersetzung den Text so zu lesen, wie er vermutlich vom Autor intendiert war, und gleichzeitig die textkritische Entscheidung der Editorin anhand der vollständigen und authentischen Überlieferung nachzuvollziehen.
In dieser Weise bietet die Edition in philologischer Hinsicht eine neue Textgrundlage für die Erforschung der Charakteristika, der Überlieferung und der Rezeption der Pilgerliteratur auf russischem Boden; und in historischer und sakraltopographischer Hinsicht macht sie eine Quelle zugänglich, die für die Rekonstruktion der heiligen Stätten der einstigen byzantinischen Hauptstadt von entscheidender Bedeutung ist.

Autoreninfo

Anna Jouravel, Jahrgang 1982, studierte Slavistik und Indogermanistik in Berlin. Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena und am Institut für Slavistik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, wo sie 2018 promoviert wurde. Derzeit ist sie Feodor-Lynen-Stipendiatin (Alexander-von-Humboldt-Stiftung) am Byzantinischen Institut der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Belgrad.

Reihentext


Es ist das Anliegen dieser Buchreihe, in der Dissertationen, Habilitationsschriften, sonstige monographische Darstellungen und Sammelbände erscheinen werden, die Interdisziplinarität der modernen Mittelalterforschung noch mehr hervorzuheben und zu fördern als dies bisher der Fall ist. Angenommen werden Arbeiten aus allen Gebieten der Mediävistik, sofern der Aspekt der Interdisziplinarität darin betont wird, d.h. sofern sie die Grenzen eines einzelnen Faches zu überschreiten suchen.

Schlagworte

1000 bis 1500 nach Christus (346) || 15. Jahrhundert (1400 bis 1499 n. Chr.) (121) || Byzantinistik (13) || Christliche Archäologie (7) || Editionswissenschaft (5) || Europäische Geschichte (171) || Europäische Geschichte: Mittelalter (140) || Geschichte (744) || Handschriftenkunde (7) || Mittelalterlicher Stil (22) || Slavistik