This volume contains the medieval and early modern inscriptions of the administrative district Freudenstadt that consists of very different regions regarding their political and confessional history. This cultural diversity is also reflected in about 840 inscribed objects, which are analyzed in 475 articles of the catalogue. The main focus is on the inscriptions of the tombs and the bells, among which the oldest date already from the 13. century. But also the liturgical instruments, that belong to the treasure of the collegiate church of Horb (Neckar), or the equipment of the former abbey Alpirsbach require specific attention. Furthermore there are several smaller monuments that illustrate the history of law and mentality in this area.
Der Landkreis Freudenstadt setzt sich aus politisch und konfessionell äußerst heterogenen Regionen zusammen, die am Ende des Alten Reiches zu Württemberg, Vorderösterreich, Hohenzollern, Fürstenberg und anderen, kleineren Herrschaften gehörten. Die daraus erwachsene kulturelle Vielfalt spiegelt sich in den ca. 840 ermittelten Inschriftenträgern deutlich wider, die hier in 475 Katalogartikeln ihre Auswertung erfahren. Mehr als zwei Drittel der Texte ließen sich dabei nach dem Original edieren. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die 130 Grabmäler, deren Inschriften überwiegend an niederadelige und bürgerliche Laien – vielfach auch an Kinder – und zum geringeren Teil an Geistliche erinnern. Besonderes Interesse wecken darunter die Abtsgrabmäler in der Benediktinerabtei Alpirsbach, deren früheste bereits aus dem 12. Jahrhundert stammen. Unter den insgesamt 54 nachweisbaren Glocken datieren die ältesten aus dem 13. Jahrhundert. Die quadratisch angelegte Planstadt Freudenstadt wurde indessen erst im Jahre 1599 auf Veranlassung Herzog Friedrichs I. von Württemberg nach einem Entwurf Heinrich Schickhardts gegründet. Ihre in Form eines Winkelhakens errichtete Kirche versah der evangelische Landesherr mit bedeutenden, vielfach inschriftlich bezeichneten Altertümern fremder Provenienz, unter anderem mit einem Taufstein und einem hölzernen Lesepult aus dem 11. bzw. 12. Jahrhundert. Aber auch der zeitgenössische Bauschmuck des Gebäudes war ehemals ungewöhnlich reich an Bildtiteln, Bibelparaphrasen und Wappenbeischriften. Die katholische Stiftskirche zu Horb am Neckar birgt hingegen noch heute einen außergewöhnlichen Schatz an liturgischen Geräten, deren wertvollste Stücke von Goldschmieden des 15. Jahrhunderts gefertigt wurden. Von geringerer Pracht, in ihren Inschriften aber nicht weniger aufschlußreich ist die Ausstattung zahlreicher Dorfkirchen, wie beispielsweise die umfangreichen Wandmalereien im Langhaus der Eutinger Pfarrkirche, das spätgotische Sakramentshaus zu Oberiflingen oder das der heiligen Agatha gewidmete Flügelretabel zu Dettlingen. Unter den Bauinschriften stechen insbesondere ein Fragment des 1209 von Pfalzgraf Rudolf I. von Tübingen errichteten Memorialbaus Königswart und die nach 1308 für den Johanniterkomtur Gottfried von Klingenfels ausgeführte Wappentafel in Rexingen hervor. Daneben haben sich im Kreisgebiet eine Vielzahl von Kleindenkmälern erhalten, die über ehemalige Besitz- und Rechtsverhältnisse, aber auch über die Mentalität der Einwohner Aufschluß geben.
„Mit dieser stattlichen zweiteiligen Publikation eines oftmals spröden Textmaterials findet die Edition der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Inschriften des baden-württwmbergischen Regierungsbezirks Karlsruhe ihren Abschluss.
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Der Editor hat auf fast eintausend Seiten eine beeindruckende Materialfülle gemeistert (Edition, Erläuterungen und Literaturhinweise, Register, Bildtafeln). Hierfür gebührt ihm Dank und Anerkennung.“
Von Rudolf Steffens
In: Beiträge zur Namensforschung 54.1 (2019), Universitätsverlag Winter, Heidelberg, S. 108-110.
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„Welche großartige Leistung für die landes- und familiengeschichtliche Forschung die Dokumentation der deutschen Inschriften des Mittelalters und der frühen Neuzeit bis 1650 erbringt, wird häufig übersehen. Der von der Heidelberger Arbeitstelle erarbeitete Band zum Landkreis Freudenstadt weist die gewohnt hohe Qualität der Heidelberger Bände auf (...).“
Von Klaus Graf
In: Südwestdeutsche Blätter für Familien- und Wappenkunde. Bd. 36 (2018). S. 323-325
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„Mit diesem Inventar sind die ma. und frühneuzeitlichen Inschriften des Regierungsbezirks Karlsruhe bis zum Jahr 1650 nun in neun Bänden der Reihe „Die Deutschen Inschriften“ vollständig erschlossen. In 475 Katalognummern erfasst der Band etwa 840 Inschriften, wovon ein Drittel ausschließlich kopial überliefert ist. Er enthält über 100 Inschriften, die entweder zum erstenmal veröffentlicht wurden oder vormals
ausschließlich in stark verkürztem oder entstelltem Wortlaut geboten waren.“
Von Franz-Albrecht Bornschlegel
In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters, Band 77-1 (2021), S. 303-304
Jan Ilas Bartusch:
born in 1969 in Dresden
between 1991 and 1998 studied German and Latin philology at the universities of Halle (Saale), Rome (La Sapienza) and Freiburg (Breisgau)
1998 to 2003 doctoral thesis about the medieval and early modern inscriptions of the former administrative district of Querfurt (Sachsen-Anhalt)
since 2001 research associate of the edition-project „Deutsche Inschriften“ at the Heidelberger Akademie der Wissenschaften
scientific focus on medieval and early modern epigraphy
The project aims at compiling and publishing all Latin and German inscriptions of the Middle Ages and the Early Modern period until 1650. Geographically, the collection currently covers Germany and Austria as well as South Tyrol. The findings are published in the DI volumes. Each volume comprises the inscriptions from one or several urban or rural districts or from a single city, issuing even smaller complexes separately in cities with particularly large numbers of inscriptions. The series includes both preserved original inscriptions and those which survive only as copies.
“Die Deutschen Inschriften” is by far the oldest current project aiming at the compilation of medieval and early modern inscriptions. It was founded over 75 years ago as a joint project of the German and Austrian Academies of Sciences and Humanities on the initiative of the Germanist Friedrich Panzer (Heidelberg) with substantial cooperation from the historians Karl Brandi (Göttingen) and Hans Hirsch (Vienna).