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9783895006432

Gruschke, Andreas

Nomadische Ressourcennutzung und Existenzsicherung im Umbruch

Die osttibetische Region Yushu (Qinghai, VR China)

2012
17.0 x 24.0 cm, 504 p., 19 maps, 24 illustrations b/w, 73 tables b/w, hardback
88,00 €

ISBN: 9783895006432
Preface
Table of Contents
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Short Description

On the basis of a précis of available knowledge on traditional nomadic ways of life and livelihoods on the Tibetan Plateau this book presents an analysis of current conditions of livelihood security in pastoralist areas. The example of the remote Eastern Tibetan region of Yushu illustrates how nomadic societies in times of transition use the resources at their disposal for securing their livelihood. This predominantly rural district is an ecologically vulnerable and economically marginal highland region within China’s present-day Qinghai Province. In case studies that were surveyed with qualitative and quantitative methods, the basis for local livelihoods of pastoralist and agro-pastoralist households was assessed. In this context the extraordinary role of caterpillar fungus is elucidated – a resource that is virtually unknown in the Western World but which is of vital importance for Tibetan nomads in the plateau’s Eastern half. The study at hand discusses in which way resource-oriented operation schemes and exogenous factors interact, thus defining the extent of livelihood security, vulnerability and resilience of pastoral households, local groups and the super-ordinate society in this part of the Tibetan Plateau.

Description

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Bis vor wenigen Jahrzehnten waren die Kenntnisse über Tibets Nomaden rudimentär und die Vorstellung von ihnen dennoch mit Images überfrachtet. Ihre heutige Situation wirkt ausgesprochen widersprüchlich. Nach 1980 hat die mobile Weidewirtschaft offenbar zu einer Re-Nomadisierung geführt, die durch den Marktliberalismus bedroht wird. Die Darstellung tibetischer „Nomadenkultur“ zeigt eine Vielfalt mit zwar massiven Disparitäten, doch nicht das „Ende des Nomadismus“ auf. Aber selbst in den dünn besiedelten Weidegebieten des Hochlands leben immer mehr Menschen und erleben es als zunehmend schwierig, dort ihr Auskommen zu finden. Nicht nur die lokal herrschenden Bedingungen verändern sich, auch von außen lösen weltwirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Verflechtungen verschiedenste Transformationsprozesse aus. Mit der Integration in den chinesischen Staatsverband und in die Netzwerke der Globalisierung haben sich die Rahmenbedingungen für das Wirtschaften in den Weidegebieten Tibets verändert. Zur Erfassung der Lebenswirklichkeit der Hirtenbevölkerung ist die detaillierte Auseinandersetzung mit ihrer Ressourcensituation die Grundlage dafür, die Folgen der Umbrüche zu verstehen und zu erklären.
Das vorliegende Buch verbindet vorhandenes Wissen über die nomadische Lebensweise im tibetischen Hochland mit einer entwicklungstheoretisch angeleiteten Analyse der heutigen Bedingungen nomadischer Existenzsicherung. Ausgehend von der osttibetischen Region Yushu beschäftigt sich die Untersuchung mit der Frage, wie nomadische Gesellschaften in Zeiten des Umbruchs die ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen zur Sicherung ihrer Lebenshaltung und Lebensweise nutzen. Hirten und Agropastoralisten erschließen sich neue Betätigungsfelder, unter denen eines der wichtigsten das Sammeln und Verkaufen von Raupenpilz ist. Dies stellt eine weltweit einzigartige ökonomische Nische dar, deren rasante Entwicklung durch die engeren Land-Stadt-Verflechtungen und die verstärkte Integration in das nationale Wirtschaftsgefüge Chinas bedingt ist. Die Bedeutung dieses Nischenproduktes für die Existenzsicherung tibetischer Nomaden stellt vielerorts die Relevanz der klassischen Viehweidewirtschaft für die gegenwärtigen Haushaltsökonomien in Frage.
Mit dem Bezirk Yushu wurden in der vorliegenden Arbeit in qualitativ und quantitativ bewerteten Fallstudien die Lebensgrundlagen nomadischer und seminomadischer Haushalte in einer lange Zeit als besonders abgelegen geltenden, ökologisch problematischen und ökonomisch randständigen Region im Osten des tibetischen Hochlandes untersucht. Das Buch erörtert, in welcher Weise ressourcenbezogene Handlungsmuster und exogene Faktoren zusammenwirken, um das Ausmaß von Absicherung, Verwundbarkeit und Resilienz von Haushalten, Gruppen und der übergeordneten Gesellschaft zu bestimmen.

Biographical Note

Andreas Gruschke studied geography, social anthropology and sinology in Freiburg, Germany, and in Beijing, China. He obtained an M.A. degree at Freiburg University in 1990; he earned his doctoral degree at Leipzig University, Germany, in 2009. His research focus is on historical geography, development studies, problems of acculturation and social integration, pastoralism and migration, notably on the Tibetan Plateau and in China. He has frequently stayed in East Asia, Tibet and Central Asia for studies, work and research since the mid-1980s. From 2004 to 2012 he worked as a research fellow at the collaborative research centre “Difference and Integration: Interaction between Nomadic and Settled Forms of Life in the Civilisations of the Old World” at Leipzig University. He has been an affiliate guest professor at the Social Development & Western China Development Studies Institute of Sichuan University in Chengdu, China, since November 2012.

Keywords

Anthropology (70) || Außereuropäische Geschichte (14) || China (45) || Cultural & media studies (215) || Cultural studies (197) || Development studies (15) || East Asia, Far East (39) || Ethnologie. Sozialwissenschaften (9) || Geography (506) || History (730) || Interdisciplinary studies (44) || Nomaden (15) || Social & cultural anthropology (69) || Society & culture: general (299) || Sociology & anthropology (100) || Vorderer Orient. allgemein (14)