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9783895004629

Würsch, Renate

Nizamis Schatzkammer der Geheimnisse

Eine Untersuchung zu Mahzan ul-asrar

2005
17,0 x 24,0 cm, 432 S., Gebunden
35,00 €

ISBN: 9783895004629
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Gegenstand dieser Untersuchung ist Nizamis (gest. 1209) Makhzan ul-asrar („Die Schatzkammer der Geheimnisse“). Die Studie behandelt Fragen der Werkgeschichte und Rezeption und analysiert anhand von Beispielen den formalen Aufbau dieser Dichtung Nizamis sowie ihre rhetorisch-poetischen Stilelemente, namentlich die reiche und schwierige Metaphorik. Weitere Schwerpunkte der Untersuchung sind die wechselweise reflektierende, homiletische und narrative Textstruktur, Nizamis virtuose Assoziationstechnik und die didaktischen Hauptthemen von Makhzan ul-asrar. Den Schluss der Studie bildet eine kommentierte Übersetzung der zwanzig in Makhzan ul-asrar eingefügten Gleichniserzählungen unter Berücksichtigung der Textkritik und Motivgeschichte.

Ausführliche Beschreibung

Gegenstand dieser Untersuchung ist das didaktische Mathnawi Makhzan ul-asrar („Die Schatzkammer der Geheimnisse“), das erste große Werk des persischen Dichters Nizami (gest. 1209). Im Blickpunkt des Interesses stehen zunächst Fragen der Werkgeschichte: Datierung, Widmungsträger, Hinweise auf Nizamis Biographie und die poetische Tradition, in der Makhzan ul-asrar steht, ferner die Rezeption des Werks im persisch-türkisch-indischen Raum sowie im europäischen Westen. Anschließend stellt die Studie anhand von Beispielen den formalen Aufbau dieser Dichtung Nizamis dar und analysiert die in Makhzan ul-asrar angewandten rhetorisch-poetischen Verfahren, namentlich die reiche und schwierige Metaphorik, die ein bestimmendes Merkmal dieses Erstlingswerks ist. Weitere Schwerpunkte der Untersuchung sind die wechselweise beschreibend-reflektierende, homiletische und narrative Textstruktur des Werks, Nizamis virtuose und Interaktion mit dem Rezipienten bedingende Technik der Bildung von Assoziationsketten durch Schlüsselbegriffe und die didaktischen Hauptthemen des Werks (Lob des Propheten, Rang der Dichtkunst, die Reise ins eigene Herz, Wahrung der Gerechtigkeit, Aufforderung zum Weltverzicht, apokalyptische Vision und Endzeiterwartung). Den Abschluss der Studie bildet eine kommentierte Übersetzung der zwanzig von Nizami in Makhzan ul-asrar eingefügten Gleichniserzählungen unter Berücksichtigung der Textkritik und Motivgeschichte.
Makhzan ul-asrar steht, vor allem was die westliche Rezeption betrifft, eher im Schatten der übrigen Werke Nizamis und wird oft als Entwicklungsschritt hin zu seinen großen Epen betrachtet. Ziel dieser Studie ist es, einen neuen Zugang zu dieser so viele Reichtümer bergenden „Schatzkammer“ zu eröffnen und die Bedeutung, die Nizamis erstes Mathnawi für dessen künstlerische Entwicklung sowie für die persische didaktische Dichtung überhaupt besitzt, darzulegen.

Rezensionen

“This study on Nizami’s Makhzan al-asrar (hereafter MA), orginally a “Habilitationsschrift” at the university of Basel in 1997, is not only the first full-length one dedicated to this poet’s most difficult matnawi, but moreover, by its soundness and subtlety, by far the best study devoted to him since a long time. (...)
This (...) does not detract from the overall value of Würsch’s study; nobody who does any research on Nizami or literature of that period in general can afford to ignore it. One fears of course that, because it is written in German, it will not have the impact it certainly deserves; it is my hope that this review makes clear that this would be a loss for scholarship.”

Anna Livia Beelaert

In: Middle Eastern Literatures. 13 (2010) 1, pp. 124-126.
http://dx.doi.org/10.1080/14752620903566236
(24. April 2013)

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“Würsch’s study is profound and comprehensive in the way it tackles Nezami’s “Makhzan al-asrar”. What is very interesting and extremely useful for the students of Nezami is her in-depth and elaborate analysis of individual couplets. In this book, she deals with a large number of difficult passages and couplets of Nezami’s “Makhzan al-asrar”, giving the original Persian, variant readings to be fofund in different editions and a German translation. Although the book is a must for all specialists and lovers of Nezami, it is extremely useful for students of medieval Islamic studies to see how central religious and political topics such as the prophet Mohammed’s message, kingship, just government, renunciation of the world, etc. were presented in a very virtuous presentation of intricate metaphors and a host of other figures of speech.”

Ali Asghar Seyed Gohrab

In: Bibliotheca Orientalis. 67 (2010) No. 1-2. Column 226-228.

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“This book (...) represents a courageous and very convincing effort to counter the prejudices against didactical poetry. Renate Würsch has made a profound study of almost every aspect of the poem as it can be shown by a brief survey of her main chapters. (...)
Prof. Würsch had succeeded in building a treasure house of her own which contains much more precious things than can be enumerated here. Many excursions explore the background of the materials from which this poet derived his imagery. One of the structural features invented by Nizami is the insertion of his pen name in the conclusion of each of the twenty „maqalas“. (...)
With this important monograph Renate Würsch has laid a solid foundation for further critical researches on Nizami’s firstling, which contains the most diffcult specimens of his poetic art. The book is densely written and addresses of course a specialist readership which is familiar with scholarly German. The range of its response could be considerably enlarged when it would be translated, preferably both into Persian and English. Hopefully, we will not have to wait too long for this.”

J.T.P. De Bruijn

In: Persica. No. 22 (2008). S. 65-67.

Reihentext


Diese Reihe stellt innovative Arbeiten zu den nahöstlichen Literaturen in ihren verschiedenen Epochen und Gattungen vor. Sie versteht sich nicht ausschließlich als ein Forum für Orientwissenschaftler, sondern möchte auch Komparatisten, Literaturwissenschaftlern und einer interessierten Öffentlichkeit Einblicke in das breite Spektrum gegenwärtig produzierter und rezipierter Literatur des Nahen Ostens bieten. Denn die Herausgeberinnen, Autorinnen und Autoren wollen den Titel der Reihe programmatisch verstanden wissen. Sie gehen von einem Begriff der Weltliteratur aus, der die orientalischen Literaturen nicht nur statisch einbegreift, sondern sie in ein Kulturregionen und Nationalsprachen übergreifendes Spannungsfeld stellt, dessen Dynamik erst im interdisziplinären Austausch erfasst werden kann. Sie gehen ferner davon aus, dass Literaturen in vielfacher Weise intertextuell geprägt sind, dass sie Lektüren verschiedenster vorausgehender Texte darstellen und daher erst in ihrem „lokalen historischen Kontext“ ihren Reiz als Ausdruck einer regional geprägten Ästhetik entfalten können. Die Reihe versucht so, einer neuen Sensibilität für mythische, archetypische, aber auch historische Subtexte in der nahöstlichen Literatur Bahn zu brechen, sie aber gleichzeitig als wichtigen Ausdruck einer globalen kulturellen Mobilität sichtbar zu machen.

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