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9783954902378

Krug, Antje

Mulva VI

Die Kleinfunde/Los hallazgos menores

2018
21,0 x 31,5 cm, 436 S., 1933 s/w Abb., 7 farb. Abb., 76 Tafeln, Leinen
198,00 €

ISBN: 9783954902378
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Zum sechzigjährigen Jubiläum der Grabung werden auch die Kleinfunde vorgelegt, in Text und Abbildungen. Obwohl zumeist beschädigt, geben sie aufschlussreiche Informationen über die Geschichte des Municipiums, von der Steinzeit bis zum Mittelalter. Sie erlauben Einblicke in die Lebensgewohnheiten und die Kulttraditionen, in Handwerk und Hausbau, dazu in die Wirtschaftsgrundlagen durch Metallgewinnung, mit Analysen der Produkte und Handelsbeziehungen. Auch der Grad der Romanisierung sowie des Festhaltens an einheimischen Traditionen spiegelt sich in den Kleinfunden

Ausführliche Beschreibung

Die mehr als fünfzig Jahre andauenden Ausgrabungen und Forschungen in dem Municipium Flavium Muniguense, oder Munigua (Mulva) haben eine sehr große Menge an Kleinfunden erbracht. Sie wurden, überwiegend ohne Zusammenhang und nur fragmentarisch erhalten, über das Stadtgebiet verstreut gefunden. Trotzdem vermitteln sie einen Überblick über die Geschichte des Municipiums mit seinen Höhepunkten und allmählichem Verfall. Vereinzelte lithische Geräte zeigen, daß die Hügelkuppe schon seit der Steinzeit aufgesucht wurde. Iberisch-turdetanische Gürtelbeschläge, ein Spornhalter, einzelne Waffen und Arbeitsgerät sind Zeugnisse für die Bedeutung der Siedlung und ihren Wohlstand, der aus der Kupfer- und Eisengewinnung erzielt wurde. Das setzt sich vom 1. Jh.v.Chr. an in römischer Zeit fort mit Trachtbestandteilen und verziertem Bronzegeschirr in italischem Stil, das wohl importiert wurde. Die Erhebung zum Municipium in flavischer Zeit und die Errichtung von Repräsentationsbauten römischen Typs auf der Hügelkuppe, die mit bronzenen Kaiserstatuen geschmückt waren, bildeten den Höhepunkt dieser Entwicklung. Nach den aufgefundenen Fragmenten aber wurden in der späteren Kaiserzeit die Statuen systematisch verschrottet. Die Kleinfunde zeigen mit Fibeln, Gürtelschnallen, Inschrifttafeln, Schreibgerät, Siegelkapseln, Arztinstrumenten, Spindeln und Webgewichten ein lebhaftes urbanes und auch global vernetztes Leben an. Religiöse Votive geben aber zu erkennen, daß zu allen Perioden die überkommenen einheimischen Gottheiten weiterhin verehrt wurden. Teile von Möbeln, Portalen und Baukonstruktionen vermitteln Einzelheiten des Wohnens über die Grundrisse von Stadthäusern hinaus. Die Umwidmung der ehemals eleganten Häuser in Bauernunterkünfte und Viehställe läßt erkennen, daß sich in der späteren Kaiserzeit die Wirtschaftsgrundlagen verändert hatten. Die Verhüttung von Eisen, das anstelle von Kupfer trat, fand zum Teil innerhalb der Stadt und in den Resten der Wohnhäuser statt. Arbeitsspuren aus der späteren Zeit verteilen sich wieder über das gesamte Stadtgebiet. In frühgeschichtlicher Zeit gab es nach den geringen Funden nur noch wenige Bewohner. In arabischer Zeit war den Hufeisen, Schlössern, Riegeln und einigen Trachtbestandteilen zufolge vielleicht ein kleines berittenes Kontingent auf dem markanten Stadthügel stationiert.

Schlagworte

1000 bis Christi Geburt (124) || Anthropologie (69) || Architektur (145) || Archäologie (345) || Archäologie einer Periode / Region (266) || Baetica (2) || Baugeschichte (11) || Iberer (3) || Kunst: Keramik, Töpferei, Glas (40) || Kunstformen (160) || Munigua (2) || Sozial- und Kulturanthropologie, Ethnographie (68) || Soziologie und Anthropologie (99) || Spanien: Antike (4) || römisch (11)