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9783895005657

Griepentrog, Markus

Mulva V

Die vormunizipale Besiedlung von Munigua

2008
22,0 x 31,5 cm, 464 S., 1078 s/w Strichzeichnungen, 224 s/w Abb., 48 Textabb. (davon 6 Klapptafeln); 176 s/w-Abb. und 1078 Strichzeichnungen auf insg. 89 Tafeln, Leinen
98,00 €

ISBN: 9783895005657
Inhaltsverzeichnis

Kurze Beschreibung

Markus Griepentrog stellt die Funde und Befunde in Munigua (Andalusien; heutiger Name: Castillo de Mulva) vom Beginn der Besiedlung am Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. bis zur Umgestaltung der Stadt unter den flavischen Kaisern dar und wertet sie aus. Die frühesten Funde zeigen das für einen turdetanischen Fundplatz typische Spektrum. Italische Einflüsse lassen sich an den gefundenen Fibelformen festmachen. Von besonderer Bedeutung ist der umfangreiche Bestand an Gebrauchskeramik aus der frühen Kaiserzeit, der aus versiegelten Schichten stammt.
Neue Erkenntnisse über Feinkeramik liefern vor allem Funde der „cerámica de barniz rojo“, die diese als als erste Versuche einer lokalen Terra-Sigillata-Produktion erweisen.

Ausführliche Beschreibung

Das heute sichtbare Stadtbild des römischen „Municipium Flavium Muniguense“ (heute Mulva, Prov. Sevilla, Spanien) wurde in den letzten beiden Jahrzehnten des 1. Jahrhunderts n. Chr. geprägt. Durch Funde war seit Beginn der Grabungen 1956 bekannt, dass der Ort spätestens im 4. Jahrhundert v. Chr. bewohnt war, nach den neuen Untersuchungen schon in der 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. Band 29 der Madrider Beiträge enthält die Darstellung und Auswertung der Grabungen von diesem Beginn an bis zur Umgestaltung der Stadt unter den flavischen Kaisern.
Das Bild von der allerfrühesten Besiedlung bleibt fragmentarisch, da durch die späteren Baumaßnahmen fast alle älteren Schichten gestört wurden. Wahrscheinlich war zunächst nur der Hügel bebaut. Später – am ehesten ab spätrepublikanischer Zeit – wurden am Osthang des Hügels Werkstätten zur Erzverhüttung errichtet, die in flavischer Zeit weiter nach Osten verlagert wurden, um den neuen öffentlichen Bauten und den Wohnhäusern Platz zu machen.
Die ältesten Funde zeigen das typische Fundspektrum eines turdetanischen Fundplatzes in der 2. Hälfte des 1. vorchristlichen Jahrtausends. Die ersten italischen Einflüsse sind ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. mit der Campana-Keramik und in den Fibelformen nachzuweisen. Campana wurde ab dem Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. in geringer Menge mit begrenztem Formenschatz eingeführt. Neben iberischen Fibelformen kommen in dieser Zeit Formen aus Südfrankreich und dem Südostalpenraum vor. Neue Erkenntnisse über Feinkeramik lieferten vor allem Funde von cerámica de barniz rojo, die diese als erste Versuche einer Terra-Sigillata-Produktion in der Baetica herausstellen, beginnend in frühaugusteischer Zeit. Im Formenschatz wie in der Brenntechnik sind sowohl Anklänge an Campana als auch an Terra Sigillata nachzuweisen. Terra Sigillata wurde ab ca. 10 v. Chr. aus Italien, ab tiberischer Zeit aus Südgallien eingeführt. Die Zusammensetzung zeigt dieselben Merkmale wie an anderen Fundorten der westlichen iberischen Halbinsel. Einen Beitrag zur Kenntnis der bis jetzt kaum erforschten lokalen Gebrauchskeramik der frühen Kaiserzeit in der Region des unteren Guadalquivir liefern die umfangreichen Funde aus den versiegelten Terrassenfüllungen. Sie stellen einen großen repräsentativen Bestand mit „termini ante quos“ aus dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Diese Ergebnisse zeigen zusammen mit den neueren Ergebnissen der Prospektionen in der Umgebung, dass der Ort bis in spätrepublikanische Zeit ein turdetanisches Dorf blieb und dann mit der Erzeugung von Eisen, Kupfer und Öl einen bedeutenden Aufschwung nahm, der in flavischer Zeit zu einem repräsentativen Ausbau führte und die Erhebung zum „municipium“ nach sich zog.

Schlagworte

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