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9783895002472

Mejcher, Sonja

Geschichten über Geschichten

Erinnerung im Romanwerk von Ilyas Huri

2001
17,0 x 24,0 cm, 196 S., Gebunden
49,00 €

ISBN: 9783895002472
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel

Kurze Beschreibung

Die Studie macht mit dem Romanwerk des libanesischen Autors Ilyas Huri (geb. 1948) bekannt, der heute einer der prominentesten Vertreter des kulturellen, intellektuellen und literarischen Lebens des Libanon ist. Als Romancier ist Huri international bekannt, viele seiner Romane wurden ins Englische, Französische und Deutsche übersetzt. Seine Aktivitäten sind jedoch äußerst vielseitig. Er ist auch Autor von Kurzgeschichten, Literaturkritik, sozio-politischen Studien und zahlreichen journalistischen Arbeiten. Seit 1992 ist er der Herausgeber der wöchentlichen Kulturbeilage der größten libanesischen Tageszeitung an-Nahar. In letzter Zeit ist Huri auch im Bereich des Theaters und der audio-visuellen Künste tätig geworden.
Im Zentrum des Interesses steht die Erinnerung in Huris Romanen. Angesichts des libanesischen Bürgerkriegs von 1975-1990, der das Leben und die Orientierungspunkte zahlreicher Menschen zerstört hat, kommt der Erinnerung im Libanon besondere Bedeutung zu. Sie ist zum vielfach umstrittenen und häufig verdrängten Fund geworden. Wie die Studie darlegt, bewahren und transmittieren Huris Romane aber nicht nur Erinnerung in einer Zeit, in der auch sie vom Krieg zerstört wird, vielmehr wirkt sich Erinnerung ihrerseits auf die Romane, genauer auf ihre narrative Struktur, aus. Methodologisch basiert die Studie auf Untersuchungen zur Narratologie, im besonderen auf Gérard Genettes Discours du récit. Essai de méthode. Ferner werden Vergleiche zur Erinnerung in Walter Benjamins Schriften zur Geschichte – der jüngsten Vergangenheit – gezogen.

Reihentext


Diese Reihe stellt innovative Arbeiten zu den nahöstlichen Literaturen in ihren verschiedenen Epochen und Gattungen vor. Sie versteht sich nicht ausschließlich als ein Forum für Orientwissenschaftler, sondern möchte auch Komparatisten, Literaturwissenschaftlern und einer interessierten Öffentlichkeit Einblicke in das breite Spektrum gegenwärtig produzierter und rezipierter Literatur des Nahen Ostens bieten. Denn die Herausgeberinnen, Autorinnen und Autoren wollen den Titel der Reihe programmatisch verstanden wissen. Sie gehen von einem Begriff der Weltliteratur aus, der die orientalischen Literaturen nicht nur statisch einbegreift, sondern sie in ein Kulturregionen und Nationalsprachen übergreifendes Spannungsfeld stellt, dessen Dynamik erst im interdisziplinären Austausch erfasst werden kann. Sie gehen ferner davon aus, dass Literaturen in vielfacher Weise intertextuell geprägt sind, dass sie Lektüren verschiedenster vorausgehender Texte darstellen und daher erst in ihrem „lokalen historischen Kontext“ ihren Reiz als Ausdruck einer regional geprägten Ästhetik entfalten können. Die Reihe versucht so, einer neuen Sensibilität für mythische, archetypische, aber auch historische Subtexte in der nahöstlichen Literatur Bahn zu brechen, sie aber gleichzeitig als wichtigen Ausdruck einer globalen kulturellen Mobilität sichtbar zu machen.

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Schlagworte

20. Jahrhundert (1900 bis 1999 n. Chr.) (68) || 21. Jahrhundert (2000 bis 2100 n. Chr.) (12) || Arabistik (27) || Geschichte (730) || Libanon (27) || Literatur: Geschichte und Kritik (148) || Literaturwissenschaft (58) || Literaturwissenschaft: Prosa, Erzählung, Roman, Autoren (29) || Mittlerer Osten (364) || Neuere Geschichte (16) || Orientalische Sprachen (13) || Roman (8) || Sprachwissenschaft (83) || Zweite Hälfte 20. Jahrhundert (1950 bis 1999 n. Chr.) (13) || Ḫūrī, Ilyās